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Der Junge fragte den Alten wieso denn bloss, man mehr Nächte in einem Leben habe, als Platz für sie in der Erinnerung.

Gerade als der Ergraute zu einer Lektion über die essenzielle Wichtigkeit der Macht des Vergessens, ansetzen wollte, beschloss er, dass dies zu lange dauern würde. Der Junge würde ohnehin alles selbst herausfinden.

Also zuckte er einfach die Schultern.

Der Junge verstand die Gnade des Vergessens nicht. Er wollte nicht Erinnerungen zurücklassen dürfen.

Er reiste viel, vergas jedoch meist das Erlebte. So verlor er die Geschichten jener Abenteuer, noch vor dem Titel seiner Jugend.

Später wurde er vom Vergessen angetrieben. Er wollte alles besser machen und sich auch alles gescheiter merken.

So zog er erneut los, sah noch mehr und erlebte unvorstellbares. Doch diesmal wurden seine Wege so lang, das er kaum zu Hause angekommen, so Manches schon vergessen hatte. Nur weil er auch die Widrigkeiten und Strapazen stets vergass, zog er aber immer wieder los.

Bis zu jenem Tag, als er zu alt zum Gehen wurde.

Als der Junge ihn fragte, warum man denn vergisst, beschloss er also es bei einem Schulterzucken zu belassen.