Er stand da vor ihrer Tür. Er stand da ohne Blumen, ohne zurechtgelegte Worte und ohne zu wissen was er eigentlich erwartete oder wollte.

Er wusste nur dass es regnen würde.

Ein heisser, sonniger Sommertag war es gewesen. Ein schwüler, erdrückender Abend voller schwarzer Wolken war es dann geworden.

Ja. Genau das hatte ihn wieder hierhin geführt. Die Erinnerung, an das was sie zusammen einmal hatten.

Er stand da ohne Schuhe.

Er klopfte.

Nach einem kurzen Moment der sich ewig anfühlte wollte er sich gerade umdrehen und gehen.

Sie öffnete die Tür. Sie sagte nichts.

Er stand da.

Die meisten Frauen hätten jetzt viele Fragen gestellt, hätten wissen wollen warum er hier wäre nach so langer Zeit und warum er sich nicht gemeldet hätte. Sie wären mit einer Flut aus Neugierde, Freude und Wut über ihn hereingestürmt. Viele hätten ihn hereingebeten, einige auch weggejagt.

Doch sie sagte nichts. Sie sah ihn lange an, mitten in die Augen. Kein Lächeln nur ein wenig Verletztheit das er gegangen war und ein bisschen Freude über das wiedersehen.

Sie wusste warum er hier war.

Man hörte wie die ersten, einzelnen Regentropfen des Sommergewitters auf dem Asphalt aufschlugen und man roch den teerigen Duft ihres Dampfes.

Er versuchte zu lächeln. Doch eigentlich stand er immer noch nur da.

Sie zuckte die Schultern und zog Hausschuhe sowie Socken aus.

Er stand da und streckte die Hand aus.

Sie nahm seine Hand und lief mit ihm mitten hinein in den Sommerregen.

Fortgesetzt in Nach dem Regen.

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