Hier gibt es motivierte Lehrer die einem auch nach dem Unterricht noch helfen eine Reise zu planen oder dir mit viel Geduld zu erklären versuchen wo du am billigsten Essen herbekommst. Im Bus bietet jeder alten Leuten und Eltern mit Kindern den Sitzplatz an und sollte irgendjemand auf die Idee kommen dies nicht zu tun, wird er umgehend vom ganzen Bus dazu aufgefordert. Hier bedankt sich jeder beim Busfahrer fürs fahren bevor er aussteigt. Hier wird dir im Supermarkt alles eingepackt, du bekommst im Restaurant immer Eiswasser ohne etwas zu bezahlen und es kommt dir so vor als würden sich die Leute wirklich freuen dass du da bist. Hier sieht dich jeder schief an wenn du in Erwägung ziehst das Wechselgeld das du zu viel bekommen hast nicht zurückzugeben. Vielleicht ist es nur weil ich hier nicht in einer Grossstadt oder ganz auf den Land bin, vielleicht ist es auch weil ich in einer Stadt Lebe in der man mehr Anti Kriegs aufrufe auf Kleidern als US Flaggen an Häusern sieht. Vielleicht auch weil das Evergreen College seinen Namen nicht umsonst trägt, aber ich finde Amerika nicht so schlimm. Eigentlich mag ich es hier, immer noch.

Die Leute sind einfach viel direkter als Zuhause, das kann zwar durchaus seine negativen Seiten haben aber eigentlich komme ich damit bisher sehr gut zurecht. Der Bus komm immer zu späht, man muss immer Trinkgelgeld zahlen, was überhaupt kein Sinn macht, wenn man es sowieso geben muss und es ist seltsam wie die Ampeln für Fussgänger hier funktionieren, so ganz begriffen hab ich es ja noch nicht.

Ulis, eigentlich Bjong Yang ist Sükoreaner, er wohnt im 27. Stockwerk eines Wolkenkratzers in Seoul und war ziemlich erstaunt als ich ihm Bilder meines Hauses zeigte. Wir waren heute zusammen in Seattle mit ein paar anderen. Er war auch im Militär, aber ich denke in Südkorea im Militär zu sein ist etwas ganz anderes als in der Schweiz, die könnte es vielleicht ja irgendwann brauchen, uns irgendwie nicht, ausser die Welt wäre eh im Arsch. Er spielt Ragnarok, so ein Online Spiel das ich eine Weile gespielt habe und war richtig begeistert davon dass ich das kenne. Er ist ziemlich gut in Age of Empires 2 und hat mir auch noch erzählt das Starcraft in Nordkorea eine der beliebtesten Sportarten ist. „Sport“.

Meine Gastmutter hat Mccain gewählt, aber nur weil sie Obama für zu gut und ein wenig naiv hält. Sie sagt aber das sie wusste das Obama in Washington gewinnt, auch darum habe sie für die Republikaner gestimmt, sie möge das zwei Parteien System und es soll ausgewogen bleiben. Als ich mit Ken über Politik spreche lacht er nur und sagt Politik sei nur für korrupte Leute.

Ich esse vor allem asiatisch seit einer Weile, ist irgendwie das einzig wirklich normale hier, ausserdem sind 80% meiner Freunde Asiaten, der Rest sind Hispanics und ich mag mexikanisch nicht besonders. Ich habe heute Schweizer gesehen, meine Freunde auch aber ich hab nicht hallo gesagt, ich mag keine Schweizer mehr, für den Moment. Auch deutsche nicht, von denen hab ich aber noch keine getroffen die Deutsch gesprochen hätten.

Heute war ich in Seattle selbst, zum ersten Mal. War ziemlich toll, nur das Wetter wollte nicht so, deshalb waren wir einfach im Sience Fiction Museum und im Markt wo ich eine Ocarina Stand fand und dort leise das Epona Theme gepfiffen habe als die Verkäuferin das hörte hat sie es mir sofort mit der Ocarina nachgespielt. Ich hätte gerne eine gekauft, sie waren aber etwas teuer. Wir gingen dann essen und am Nachmittag shoppen, viel hab ich hier aber nicht gekauft. Die meisten Leute sagen zum shoppen sollte man nach Portland gehen, Oregon hat nämlich keine Steuern, Washington schon. Ken, Mai, Ulis und die anderen haben noch Visas für Vancouver machen lassen und ich denke wir werden auch noch nach San Francisco gehen, meine Gastmutter meinte sie kommt recht günstig an Flugtickets ran. Nächste Woche denke ich aber wir gehen entweder noch einmal nach Seattle oder nach Portland, ist beides etwa gleich weit weg von hier. Für die Nationalparks in den Bergen und die San Juan Islands ist es noch zu kalt und alle sagen  im April regnet es nicht mehr, noch hab ich ja viel Zeit. Es ist erst eine Woche um und mir kommt es vor als wäre ich schon ewig hier.

Im ersten Starbucks aufgemacht wurde war ich heute auch noch drinn, die Asiaten wollten unbedingt 10 Minuten für eine Heisse Schokolade, „Hotschoclat“ wie sie sagen anstehen, ich glaube die können nicht anders bei solchen Dingen. Irgendwie hat es aber auch etwas gemütliches, sie nehmen sich immer Zeit, auch wenn es nur darum geht das erste Ohr von Mickymaus das gezeichnet wurde anfassen zu dürfen, dann freut man sich und fühlt sich gut. Ich würde ohne die einfach durch alles durchrasen um mich zuhause zu langweilen. Besser als Schweizer Schokolade ist aber auch die heisse Schokolade aus dem ersten Starbucks Coffee trotzdem nicht.

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