Ich habe eigentlich nichts, habe viel mehr als viele und sollte mich so wie es ist eigentlich gut fühlen. Wir leben doch eigentlich in einer wundervollen Epoche der Geschichte, viel Zeit sich über Moral und Ethik Gedanken zu machen und doch kein Gesellschaftlicher Druck dazu, also ist es auch nicht notwendig. Das erste Mal in der Geschichte hat eine Gruppe von Menschen ( wir hier ) das Privileg in relativem Wohlstand ( genug zu essen, ein Heim, Energie und Kommunikation sind selbstverständlich ) und Friede leben zu können, ohne bei einem Blick in die  nächste Gasse Leute leiden und sterben zu sehen. Irgendwo geht es anderen immer noch schlecht, doch wir gehen davon aus das dies uns nicht gross zu interessieren braucht. Eine Zeit voller Freiheiten und Einschränkungen, ausser jener des Kapitals. Wundervoll…

Ich denke an…Goebbels, ich habe diesen Film über ihn geschaut, dass Goebbels Experiment, in dem eigentlich nur aus seinem Tagebuch vorgelesen wird. Danach habe ich einige Artikel über ihn gelesen und in seiner Biografie geblättert, später habe ich sogar seine berühmte Rede aus dem Sportpalast von 1943 angehört, die Ganze. Natürlich nicht weil mich der Inhalt fasziniert hätte, sondern es mir lediglich angehört weil er immer wieder als grosser Redner genannt wurde. Eigentlich war er das wirklich, ich kann mir gut vorstellen wir er das Deutsche Volk, das keine anderen Informationen zur Verfügung hatte, mit seiner Propaganda angetrieben hat.

Es gibt Leute die sagen die Kriese in der wir uns befinden sei grösser als die grosse Depression, sicherlich wir werden teilweise zurückstecken müssen und nicht wenige Leute könnten ihren Arbeitsplatz verlieren, doch noch Hungert eigentlich niemand, so denke ich. Damals war das anders, eine Kriese die so gross war das viele begannen am System selbst zu zweifeln. So waren der Kommunismus im Osten teilweise und Deutschlands Nationalsozialismus in der Weimarer Republik vor allem, Ergebnisse dieser grossen, scheinbar alles in den Abgrund reissenden Kriese. Natürlich nicht durch die Kriese selbst geboren, doch durch sie erst so richtig ins Rollen gebracht.

Natürlich war Goebbels Antisemitisch und Anführer der Propaganda gegen die Juden, er hat den Holocaust auf eine Weise mit verantwortet die man kaum unterschätzen kann. Aus seinen Tagebüchern lässt sich auch früh schon eine gewisse Verachtung gegen dem jüdischen Volk erkennen.  Trotzdem jedoch hatte Goebbels an den Universitäten und auch später als Literat durchaus jüdische Mentoren und Vorbilder. Goebbels war Zeitweise auch Sympathisant der Kommunisten in Deutschland.  Aus seiner Lebensgeschichte erkennt man gut die Leere jener Zeit und bei ihm speziell die Suche nach einer Aufgabe die seinem Sein einen Sinn gab. Es kann natürlich sein das ich und damit auch einige Historiker, die meine Ansicht zu teilen scheinen, mich täusche, ich kannte ihn schliesslich nicht. Doch ich glaube nicht das er von Natur aus einen derart grossen Hass auf die Juden gehabt hat, er betrachtete den Nationalsozialismus und Hitler nur als einziges Licht am Ende des Tunnels und den Antisemitismus als notwendigen Teil davon.

Wenn sich unsere Zeit also verändern sollte, falls das Jahr noch weniger schön wird wie es begonnen hat, sollten wir mit sehr viel Bedacht darauf schauen wie viel wir bereit sind für das Licht am Ende des Tunnels zu geben. Es könnte sein das wir vor einer Zeit stehen in der die Moral wieder einen höheren Stellenwert bekommt, in der die Leere wieder grösser werden könnte und in der wir ab und zu eigene Entscheidungen treffen müssen, die nicht nur für uns allein wichtig sind. Wir sollten darüber nachdenken woran wir glauben, bevor wir entscheiden wofür wir kämpfen.

Vielleicht war das Goebbels Fehler, vielleicht hat er nie herausgefunden woran er sich halten soll und in Hitler und dem Nationalsozialismus seine Lebensaufgabe und seinen Halt gefunden, seine Antworten die er suchte.

Es ist alles eine Frage des Preises, umso weniger wir haben, umso billiger werden wir zu haben sein.

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