Eine Woche bis Weinachten oder ein kleines bisschen mehr.

Ich kaure still liegend irgendwo im Gebüsch und schiebe Markiermunition in ein neues Magazin. Der Schnee unter mir ist weich und vor mir habe ich mir eine kleine weisse Mauer gebaut, um mich so gut als möglich unsichtbar zu machen. Neben mir haben vier meiner Kameraden genau das gleiche getan, wir haben den Hinterhalt vorbereitet und warten darauf dass irgendein Gegnerischer Trupp in unsere Falle tappt.

Es gibt nur den Moment, keine philosophischen Fragen, keine Sinneszweifel und keine Kälte. Nur das Warten auf die Loslösung des angesammelten Adrenalins, das Warten auf den Dammbruch. Es verschwindet alles und man konzentriert sich nur noch auf den Moment, man sieht wie der Trupp sich nähert, man hört wie der erste Schuss fällt, man zielt, drückt ab, zielt und drückt ab, immer wieder bis alle unten piepsend auf dem Boden liegen.

Man lernt wie man zu fünft zwanzig Menschen tötet und ist sich dessen gar nicht recht bewusst, es macht manchmal sogar auf verrückte Weise Spass.  

Weinachten scheint irgendetwas zu sein was ich vergessen habe und doch bald ist, ich bin irgendwie alles andere als in Stimmung dazu.

 

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