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Hab ich zwar schon länger aber dachte grad daran, kein Wunder bei dem Wetter hier. 😉

Schneeflocke, sieh nur wie schnell dein Fall wie klein dein Glück.

Schneeflocke, welch Schicksal

und trotzdem du versinkst nicht in Trübsal.

 

Du schwebst schnell von ganz hoch,

doch bei dir sieht man dabei keine Spur von Not

fröhlich tanzt du in den Tod.

 

Bewundernswert, dein Mut

 denn auf dem Nassen Boden schmilzt du hin

und deine Brüder mit dir, wo bleibt der Sinn?

Verwunderns wert bleibt für mich dein Tun,

doch so wie du sein möcht ich nun.

Unbeschwert und fröhlich tanzend,

auf in den Tod der auf uns alle wartet.

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Wenn eine Nacht traurig sein kann, dann war es jene. Die Dunkelheit weinte laut prasselnd um den Verlust des Lichts, Herr Mond war mit all seiner butterweichen mehlteigfarbigen Helligkeit hinter dicken Gewitterwolken verschwunden und nur ab und zu regte sich in den Emotionen jener Nacht eine kleine Spur von Wut, hell aufblitzend und mit einem dumpfen lauten abklingend.

Gott ist ihm Regen.

Wenn es den auf dieser Welt, die sich stets immer aufs Neue selbst mit Chaos überschüttet überhaupt einen Gott gibt. Ihr wundert euch warum die Nächte weinen? Wer kann es ihnen verübeln, man kann sich bloss fragen wer es ihr beigebracht hat. Wir kennen keine Sorge, wir kennen nur unsere unerfüllten Wünsche, wir definieren uns nach dem was wir gerne mehr hätten, nach dem was wir nie sein werden. Wir glauben das wir unsere Träume leben sollten, statt anderen das träumen selbst möglich zu machen. Der singende tanzende Abschaum der Welt, wir verbrennen uns, wir betrügen den Abschaum und mit der Beute zerstören wir die Welt selbst. Die Nacht weint? Was hat sie den auch anderes von uns gelernt.

Es ist die Kälte die uns Angst macht, das frieren das dir Schmerz bereitet und unser grösster Alptraum ist die Einsamkeit des eisigen Windes. Hunger? Wir? Unser einziger Hunger ist jener nach mehr von allem. Wir sind alle schizophrene, kleine Hundewelpen die sich vor nichts mehr fürchten als einmal im Leben jemandem jene Wahrheit zu sagen die er gar nicht hören will.

Wenn die Nacht denn weint, dann tut sie es für uns, weil viel zu viele von uns schon damit aufgehört haben, ab unserem verächtlichen Zustand eine Träne oder auch nur einen Gedanken zu verschwenden.

Hier stehe ich.

Bin nur ich.

Ist nicht viel.

Wenn ich alleine durch die dunkle Nacht nach Hause gehe, wenn die Winterkälte mich frieren lässt und wenn Müde vor dem Fenster stehe, es ist immer ein Gedanke der sich durch all meine anderen Gedanken zieht. Manchmal macht er mich glücklich, manchmal nachdenklich, manchmal betrübt er mich und manchmal finde ich ihn einfach nur albern, ich wollte dir nie davon erzählen.

 

Hier stehe ich und kann nicht anders.

 

Wenn ich irgendwann vor dir stehe, irgendwann an deine Tür klopfe oder dich irgendwann sehe, könnte ich es dann? Ich hätte Angst dann kein Ton mehr sagen zu können, ich fürchte manchmal ich könnte mich dann nicht einmal bewegen und ich glaube manchmal ich würde dich nur anstarren. Doch im Moment ist alles nicht so, im Moment kann ich alles, im Moment bin ich unbesiegbar, unsterblich.

Nicht, anders. Wie den auch.

 

Hier stehe ich und kann nicht anders.

 

Nicht, wirklich. Wie anders.

Wirklich?

Ist es wirklich?

Ist es wirklich alles?

Ist es wirklich alles was ich mir davon vorstelle, war das die ganze Magie die man hierbei verspüren sollte und habe ich mir das nichts doch stets etwas anders vorgestellt.

Hier stehe ich und zweifle. Wie immer, ich bin nur ich.

Ist nicht viel.

 

Hier stehe ich und kann nicht.

 

Ich warte vor dir zitternd, bebend.

Du bist alles, ich bin nichts. Die Angst vor der Nacht ist wieder da, der Wunsch wegzulaufen vor der Kälte setzt sich tief in mir fest und die Sehnsucht beim Blick aus dem Fenster schmerzt.

Wie, anders. Wie könnte ich.

Nicht genug.

 

Hier stehe ich und kann nicht.

 

Trotzdem?

Ich müsste. Sollte.

Einmal im Leben, ein einziges Mal müsste ich doch Mut beweisen können.

Ein einziges Mal sollte ich den Sprung ins Nichts doch wagen können. Ein Mal nur nicht der kleine Junge sein dem die Welt viel zu gross erscheint und ein Mal nur über meinen ach so riesigen Schatten springen. Einmal nur Mutig sein in meiner kleinen Welt und ein einziges Mal wissen das ich es versucht habe.

Werde ich, vielleicht anders.

Hier stehe ich.

Hier stehe ich und springe.

 

Hier stehe ich und nicht anders.

Hier stehe ich und kann.

 

Ich liebe dich.

 

 

 

Danke Hendryk 😉

Als sich heute Morgen ein Sonnenstrahl matt durch das düstere Himmelsilbergrau, die Kälte des eisigen Wintermorgens und die Rollladen meines Zimmers gekämpft hatte, war ich knapp dabei aufzustehen, doch noch nicht wirklich bereit dazu. Ich blieb also mitten unter meiner riesigen eigenen Decke liegen und genoss neben der Wärme vor allem das Gefühl Zuhause zu sein. Selber zu entscheiden wann, ob und was ich frühstücken will, kann so viel Wert sein.

Ich vermisste alles was ich von meinem Leben hatte bereits nach acht Wochen sehr, dabei ging es mir ja nicht einmal wirklich schlecht da wo ich war, im Vergleich. Plötzlich überkommt einem ein noch viel hässlicheres und furchteinflössenderes Gefühl als je zuvor, wenn man von 200 Millionen Wanderarbeiter in China liest, die vierzehn Stunden am Tag arbeiten und gerade einen freien Tag im Monat haben. Einen freien Tag, ein Monat. Ich bin nichts als dankbar, hier zu leben und plötzlich wütend auf jeden der sich beschwert.

Bereit jedem in Kummer versinkenden, erwachsen gewordenen Kleinkind den Mund blutig zu schlagen, jedes von ihnen in einen stets lächelnden Jocker zu verwandeln. Dabei bin ich vor der ganzen Sache so ein friedlebender Mensch gewesen, es liegt an diesem Ort.

Doch nur für wenige Momente, wenige Augenblicke bevor ich bedenke, wie oft es mir selbst nicht anders geht. Dann besinne ich mich und komme zur Ruhe, nacht Müdigkeit überkommt mich Trauern und ich könnte selber weinen, über das was ich bin, wurde, nie sein werde.

Gestern habe ich mich mit jemandem der relativ viel älter war als ich und ziemlich viel erreicht hat über Idealismus unterhalten. Er hat mir erzählt von seiner Zeit des Wiederaufbaus einer Gesellschaft und des Aufbruchs, ich konnte ihm nur sagen das der Idealismus etwas ist was ich auch gerne hätte. Doch in unserer Zeit, erscheint er mir relativ nutzlos. Die Welt ist ein Chaos ohne Gleichgewicht, ohne Kontrolle und jeder Mensch versucht von diesem Zustand zu profitieren, immer ihm Wissen das es damit verschlimmert wird.

Ich drehe mich um und schlafe weiter, ich mag nicht aufstehen, ich will träumen, von anderen Welten als dieser, mit besseren Menschen oder am besten garkeinen.

Müde stehen wir da, alle im Wissen bald gehen zu dürfen, bald Zeit zu haben. Auf der Predigerwiese hören wir uns an wie der Feldprediger mit hoher Stimme die Geschichte der Hirten erzählt die auf der Wiese den Engel getroffen haben. Wie er den Vergleich zieht zwischen uns und diesen Hirten, wie wir beide von der Welt abgeschnitten sind und uns nach Hoffnung sehnen. Die Predigerwiese, ironischer Weise genau jenes Stück Land auf dem wir noch einige Wochen zuvor das erste Mal Gefechtsrollen geübt und in Feuer und Bewegung ausgebildet wurden. Er spricht von jener Steinkanzel zu uns die wir Damals als Deckung benutzt haben und so kommt es, dass ich seine Worte gar nicht recht hören kann oder mag, alles ist viel zu falsch um richtig zu sein.

Trotzdem kommt in mir ein kleiner Funken Weihnachtsstimmung auf, ich bin nun einmal sentimental. Irgendwann versinke ich in den eigenen Gedanken, sehe das letzte Jahr und was alles passiert ist. Man fragt sich ob man sich verändert hat und kommt zum Ergebnis das man die Veränderung ist. Ich war nie ein Fixstern, nie etwas wonach sich andere gerichtet hätten, eher ein unsicher Komet, der nie recht wusste wo sie hinfliegen soll, ohne feste Laufbahn. Ich bin immer in Bewegung aber ohne Ziel. Das Blatt im Wind.

Finnenkerzen brennen im Schnee, ich atme Rauch und Frost, rieche Punsch und Glühwein. Ich merke dass dieser kleine Weinachtsgottesdienst vorbei ist, finde das gut obwohl ich eigentlich nicht wirklich etwas gegen die Kirche habe. Es war einfach absolut der ultimativ falsche Moment.

Seit acht Wochen war ich nicht mehr einen ganzen Tag Zuhause und nun habe ich zwei Wochen Ferien, der Heimweg kam mir vor wie der schönste Moment in meinem Leben. Es dürfte auch das schönste Weihnachten werden, denn erst wenn man weit weg von seinen Lieben ist, fängt man wirklich an zu merken was sie einem bedeuten.

Noch nie hatte ich weniger Zeit zum Geschenke kaufen, noch nie habe ich sie lieber geopfert.

Eine Woche bis Weinachten oder ein kleines bisschen mehr.

Ich kaure still liegend irgendwo im Gebüsch und schiebe Markiermunition in ein neues Magazin. Der Schnee unter mir ist weich und vor mir habe ich mir eine kleine weisse Mauer gebaut, um mich so gut als möglich unsichtbar zu machen. Neben mir haben vier meiner Kameraden genau das gleiche getan, wir haben den Hinterhalt vorbereitet und warten darauf dass irgendein Gegnerischer Trupp in unsere Falle tappt.

Es gibt nur den Moment, keine philosophischen Fragen, keine Sinneszweifel und keine Kälte. Nur das Warten auf die Loslösung des angesammelten Adrenalins, das Warten auf den Dammbruch. Es verschwindet alles und man konzentriert sich nur noch auf den Moment, man sieht wie der Trupp sich nähert, man hört wie der erste Schuss fällt, man zielt, drückt ab, zielt und drückt ab, immer wieder bis alle unten piepsend auf dem Boden liegen.

Man lernt wie man zu fünft zwanzig Menschen tötet und ist sich dessen gar nicht recht bewusst, es macht manchmal sogar auf verrückte Weise Spass.  

Weinachten scheint irgendetwas zu sein was ich vergessen habe und doch bald ist, ich bin irgendwie alles andere als in Stimmung dazu.

 

Ich warte auf den Tag wo ich nicht mehr hinmuss, wo ich einfach wieder frei bin, ich warte darauf mich nicht mehr wie ein Häftling mit Wochenendausgang zu fühlen. Scheinbar unendlich lange warte ich auf den Moment an dem es heisst ich dürfe gehen.

Doch war ich je frei? Bin ich je gegangen. Ich wollte schon immer einmal einfach loslaufen, bis ans Ende der Welt, schon als kleiner Junge währe ich oft gerne einfach mit dem Rucksack auf dem Rücken losmarschiert. Aber getan habe ich es noch nie, ich habe immer nur das getan was am einfachsten war. Vielleicht tut es mir gut einmal der Möglichkeit es zu tun beraubt zu werden, vielleicht mache ich es ja deshalb irgendwann wirklich, weggehen, die Welt sehen.

Ich warte auf zwei Wochen Ferien um wieder einmal einen klaren Kopf zu kriegen, falls ich so etwas je gehabt haben sollte.