Schneeregen, durch das Licht der Laterne über dem grossen Platz vor dem Gebäude D, beobachte ich wie sich die Regentropfen langsam immer weisser färben und schwerfälliger fallen. Ich schaue nur mit den Augen, der Kopf darf in der Achtungsstellung nicht bewegt werden. Ein anderer Zug läuft vorbei und der Mann rechts von mir brüllt die Gefechtsmeldung, die sofort erwidert wird. Schnee ist viel besser als Regen, denn an die Kälte gewöhnt man sich nach ein par Tagen, aber gegen die Nässe ist man irgendwie machtlos.

Stehen ist viel anstrengender als zu gehen. Vorne über die Brust hängt mein vollautomatisches Sturmgewehr 90, ein Magazin ist drin eins im Gürtel der Grundtrageinheit über meinem Tarnanzug. Ebenfalls dort sind Feldflasche, weitere Magazine, Gehörschutz, Taschenlampe, Schutzmaske und Entgiftungspulver. Dazu kommt noch der Rucksack mit Regenschutz, Schutzanzug, Zeltstangen und Plachen, Notkocher sowie natürlich Schuh- und Gewehrputzzeug.

Hier gibt es nur Kameraden, hier gibt es keine unterdrückten. Hier sitzt du im Dreck, das einzig Gute daran ist nur das es den anderen genau so geht.

Es gibt hier zwei Hufeisenförmige graue Gebäudekomplexe, die einander direkt gegenüberliegen. Egal wo man steht, man sieht nur dieses niederschlagende Grau und irgendwie kommt es mir vor als wäre an diesem Ort auch der Himmel viel weniger Freundlich als anderswo. Hier gibt es kein Bunt, kein Grün, kein Gelb, nur das verschwommene grün der Tarnbekleidung und nur ganz selten vielleicht ein roter Turnschuh.

Ich laufe wenn ich laufen muss, gehe wenn ich gehen soll und mache Liegestützen, wenn ich dazu aufgefordert werde. Ich schreie sogar wenn die es so wollen, mir ist es egal was hier passiert. Hier ist ein Ort fernab der Realität mit Leuten die genauso weit davon weg sind wie ich selbst, nur auf der anderen Seite.

Aber das Essen ist in Ordnung.

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