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Intelligente Menschen sprechen über Ideen.
Normale Menschen sprechen über Ereignisse.
Dumme Menschen sprechen über Menschen.

Freiübersetzt, nur ums mal festgehalten zu haben. Von wem es ist Eleanor Roosevelt? zum Glück.

Es ist seltsam, immer wenn ich weis das ich etwas Bestimmtes erledigen sollte, immer wenn ich bestimmte Anrufe tätigen sollte, bestimmte Arbeiten schreiben müsste oder bestimmte Gespräche führen sollte und wenn ich das Zimmer aufräumen müsste, geht das nicht. Zumindest nicht sofort.

Es sind diese Leute, sie sprechen darüber wie viel Geld sie in der Finanzkrise verloren haben und wie schade das es doch sei das Haider betrunken in den Tod gerast sei, immer das was in den Schlagzeilen steht brennt einem auf der Zunge, man will darüber reden, weil alle darüber reden. Wer redet vom neu entfachten Krieg in Afghanistan, wenn die USA gerade Rezession und Präsidentschaftswahlen zu bieten hat? Wer mag schon über Simbabwe oder Darfur Diskurse führen wenn wir genauso gut lesen können was Brad Pitt den ganzen Tag so treibt? Ignoranter Populismus.

Während ich also weis das ich etwas erledigen sollte, habe ich dieses seltsame Gefühl, ich meine die meisten kennen es vielleicht, dieses sich gedrängt fühlen. Bei mir ist das jeweils so, dass ich dann immer etwas suche das ich tun kann und doch nie etwas richtig anfange. Ich räume bisschen mein Zimmer auf, Chatte mal hier mal da ein wenig und das schlimmste ist: Sinnlosen scheiss im Internet lesen.

Ignoranter Populismus ist vielleicht genau das was unsere gute, idyllische, mächtige und allseits geliebte, westliche Gesellschaft dazu gebracht hat, dass man sie mit eben jenen benutzten Adjektiven beschreiben kann. Vielleicht verdanken wir der Ignoranz unsere Mittel und dem Populismus das Gefühl sich im Besitz von ersteren nicht schlecht zu fühlen, vielleicht umgekehrt. Ich weis es nicht, aber wäre es möglich dass unsere ganzes System vielleicht auf ignorantem Populismus aufbaut?

Sinnlose scheisse im Internet zu lesen oder gar zu suchen ist wie ein Fluch oder eine Sucht, keine Ahnung. Erst mal nur eben auf die News Seite vorbeischauen, nur um die beiden Hirnhälften schön mit nutzlosen Informationen vollzupumpen. Oh, ja Wetter ist immer gut, was haben wir den Heute? Grau. Stimmt sogar, wie ich durch mein Fenster erkenne. Temperatur? 6 Grad. Ok das ist kühl. Was haben wir Morgen? Ok, alles klar. In London? Ähnlich wie hier eigentlich? Moskau? Brrr…uswusw. Doch dann kommt das schlimme, passt auf: Warum zum Teufel ist es den in Hongkong  9 Grad kühler als in Peking? Schon werden Wikipedia Einträge zu der geologischen Lage der beiden Städte gelesen und bei Google Earth schaue ich nach wie weit die beiden Städte auseinander liegen. Vom Wiki Eintrag von Peking, lande ich schliesslich auf der Website des Olympischen Komites, ach ja wo finden den die nächsten Spiele statt? Vancouver, cool. Wo liegt Vancouver eigentlich genau? Achso ganz links unten in British Columbia, das mal ja krass, eigentlich direkt über Seattle…ich fand dann raus das Seattle gar nicht die Hauptstadt des Staates Washington ist, sondern Olympia, also das ist auch ne Stadt da und dann habe ich mich dabei erwischt wie ich die Nationalparks des Staates Washington bei Google Earth genauer angesehen habe. So kann sich dieses gedrängt fühlen auf mich auswirken, jaja…Meine ganz persönliche Form von ignorantem Populismus.

Was wäre eigentlich wenn wird uns alle für die Leute interessieren würden denen es schlechter geht als uns, was wäre wenn wir nicht alle so ignorant dem Populismus, der Medien oder eigentlich ja unserem eigenen Populismus folgen würden. Ich spreche nicht von einige Freigeistern und Idealisten sondern von einer ganzen Gesellschaft, von einer ganzen Kultur von Dauerkonsumenten. Was wäre wenn sich jeder einmal ein kleines bisschen mehr für soziale Konflikte in Südamerika, Überschwemmungen in Südostasien und hungernde Kinder von sonstwo interessieren würde? Ich weis es nicht genau, aber irgendwie bin ich überzeugt davon dass wir ihnen allen helfen könnten, das Problem wäre nur der Preis. Macht, Idylle und Mittel, wir müssten nicht ganz darauf verzichten aber wir würden von allem ein kleines bisschen einbüssen, wenn wir uns alle dafür interessieren würden. Wir könnten nicht mehr unser wundervolles Seifenblasenleben führen und mehr Geld für Tommy Hilfiger, Calvin Klein und Diesel Industries ausgeben als für Lebensmittel. Ich meine es würde uns nicht wirklich schlechter gehen, Geld macht nicht glücklich, unglücklich macht es nur es zu verlieren.

Vielleicht ist ignoranter Populismus eine Art Schutzmechanismus von uns, der uns unsere privilegierte Stellung in der Welt bewahrt, weis ich nicht. Ob ich ihn gut finde? Auf jeden Fall, wünschte ich mir manchmal er wäre nicht da, ich hätte ihn selber nicht. Doch ich dürfte nicht der erste sein, denke ich.

Der andere Herbst. Ein grauer Morgen, ich gehe über den grauen Asphalt der Strasse, der Himmel ist grau gefärbt, unter den Bäumen liegen Blätter die ihr herbstrot längst verloren haben und sich stetig hässlich braungrau färben, während sie langsam vermodern, Herbstmode. Ich trage die graue Jacke, schwarzgraue Hosen und die grauen Schuhe, die vor einiger Zeit einmal weis gewesen waren, glaube ich. Mein Halstuch schwarz, braun, grau.

Der rote Zug kommt, rot, stechendes rot im allgegenwärtigen Grau, sieht aber weniger stilvoll aus als diesen Lippenstiftrot in Sin City, Realität sieht viel zu selten stilvoll aus. Ich steige ein, dort ist sie, sitzt da, sieht mich. Ich hätte hallo sagen sollen, vielleicht sagen sollen dass es mir leid tut, die Dinge von früher, vielleicht irgendetwas sagen. Aber ich sehe sie nur an, verziehe mein Gesicht zu einem unnatürlichen Lächeln und setze mich in der anderen Richtung irgendwo hin. Viel zu schwierig, was hätte es gebracht? Keine Ahnung, ihr vielleicht nichts und dafür mir, mir vielleicht nichts aber ihr?

Am Fenster zieht grau nach grau vorbei, ich liebe den Herbst, ich glaube er ist realer als der Sommer, der uns immer vorgaukelt wie wundervoll alles wäre und ich mag diese Sommersonne nicht, die mir sarkastisch ins Gesicht lacht und sich ab der scheinbar fürchterlich lustigen Ironie meines Seins amüsiert.

Ich mag den Herbst weil er mir die Wahrheit sagt, weil er mich ein wenig Sehnsüchtig macht und nicht so tut als wäre einfach so alles einfach so in Ordnung. Ich mag den Herbst der Kälte wegen, dem Wind der Halstücher und braunrote Blätter tanzen lässt, der mir sagt das ein Ende naht, mir den Neubeginn verkündet, mir davon erzählt dass alles stirbt und im Frühling neu beginnt.

Wenn der Herbstwind leise pfeifend davon erzählt, grau, in grau mit unstilvollem bräunlich, düsterem rot.

Unsterblichkeit ist eine ziemlich üble Sache, dies habe ich einem früheren Eintrag bereits herausgefunden. Wenn es kein Ende geben würde, wäre nichts an unserem Leben einzigartig, nichts würde nur einmal passieren. Kein Moment hätte den Reiz nie wiederkehren zu dürfen und es gäbe keine Vergänglichkeit, nur Ewigkeit. Millionen von Menschen wünschen sich die Unsterblichkeit, wissen jedoch nicht was sie mit einem verregneten Sonntagnachmittag anfangen sollen.

Ich würde alles was ich in meinem Leben getan habe anders machen, wenn ich von vorne beginnen könnte.

Er ist vierzig, lustiger Kerl, ich mag ihn. Zweimal geschieden, aber meistens gut gelaunt. Er verbreitet diese gute Laune auch weiter, jeder mag ihn und die meisten halten ihn für verrückt, ich bewundere ihn irgendwie.

Besser? Eigentlich glaube ich, egal wie viele Chancen man uns geben würde, wir würden immer recht Ähnlich handeln oder? Ausgenommen natürlich du würdest in der Zeit zurückreisen und dein Gedächtnis mitnehmen.

Ich bin jünger, ich habe keine wirkliche Ahnung von allem und frage trotzdem nach Allem, wieso auch immer.

Er lacht und stimmt mir zu das er vermutlich alles wieder genau gleich machen würde, egal wie oft er Leben würde.

Ich lache auch und stimme stumm zu.

Doch wenn wir ewig leben würden, wären wir dann Weise? Ich glaube kaum, vielleicht wären wir depressiver und vorsichtiger, vielleicht weniger sehnsüchtig und frei von Hoffnung. Vielleicht wären wir ja wirklich klüger, aber wäre das denn gut?

Wenn das ewige Leben schlecht ist, was ist dann eigentlich so gut an unserem Wunsch wenigstens so lange wie möglich zu leben. Wieso haben wir Angst vor dem Tod, wenn er doch laut mir auch viele gute Seiten hat?

Wenn man die Unsterblichkeit auf einem Zeitstrahl einordnen würde, wäre ihre Länge ja unendlich. Nun ist die Unsterblichkeit ja eigentlich nicht besonders attraktiv, wie ich finde, weil sie halt ewig ist.

Was wäre also wenn man die Zeit die man hat halbiert, viertelt oder achtelt. Wird das Leben attraktiver, umso weiter es von ewig entfernt ist? Könnte sein.

Angenommen ich hätte nur noch ein halbes Jahr, ein halbes Jahr bei relativ guter Gesundheit natürlich. Würde ich dann nicht alles tun was ich immer tun wollte, wäre ich plötzlich nicht frei von all den Sorgen über Zukunft und Sehnsucht, könnte ich dann nicht einfach einmal richtig leben, frei von Zweifeln? Vielleicht, nicht wahr?

Weis du Jan, [füge irgendein Satz ein den man auf jeder beliebigen Karte am Bahnhofkiosk finden kann.]

Ich strebe still nach Erkenntnis, meiner eigenen, nicht jenem den die Gesellschaft längst angenommen hat.

Lebe deinen Traum

Träum dir dein Leben, wie es hätte sein könnten

Ich mag ihn trotzdem, vielleicht bin ein Kind geblieben und brauche viel länger um das alles zu verstehen.

Wie lange möchte ich denn leben?

Keine Ahnung

Irgendwas zwischen ewig und fünf Minuten…mehr als 7 Tage. Natürlich tausende Jahre, die Zeiten überdauern und alle Weisheiten dieser Welt und der darauffolgenden  sammeln, ich frage mich nur warum eigentlich.

Absurd, Abstrakt, Genial.