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Laut ihnen allen ist heute besser schneller, greller mitten in blendend Farbenpracht.

Laut uns ist nun den lauter, mutiger als leise in der leuchtend Sternenacht.

Laut mir ist aber Stille prächtig, Ruhe mächtig und schöner als Zeit fern im Lärm verbracht.

Doch heute, einer dieser seltsam Tage, wieder diese Frageplage als wäre ich vom Traum erwacht.

Schade um die Wunderwochen, ohne diesen Drang nach mehr, doch wieder, immer wieder und noch einmal mehr, fühle ich mich einfach auf ein neues leer.

Unzufrieden mit diesem Leben, diesem Streben, nach der Lust, nach den Gefühlen und danach geliebt zu sein, geliebt zu werden, doch einfach zu lieben scheint so schwer.

Verloren in diesem Gefühl gedrängt zu werden, zu grossen Dingen, kleinen Taten, die wie sie scheinen wollen danach verlangen dazu zu gehören zu meinem Wandeln in dieser Traumeswelt.

Doch nach dem aufwachen aus dieser Scheineszeit kommt erneut die der Wunsch, etwas zu tun, einmal zu leben, einmal zu sein noch vor dem sterben.

Ich möchte weg von all den Dingen, die mir wies scheint doch alles viel und nichts bedeuten, hinfort ins weite nichts.

Ich möchte allein am Hügel, am Ende der Welt stehen und Gott die Frage zurufen warum ich ihn all das fragen möchte.

Ich möchte nicht mehr wissen dass es weder das Ende der Welt noch diesen Gott gibt, ich möchte nicht mehr sicher sein das die Erde Rund ist, nicht mehr wissen was hinter dem nächsten Hügel auf mich wartet.

Ich möchte mit Alexander sein, das Ende suchen, mit Magellan die Welt erkunden und im Kopf nur die Frage haben was es vielleicht noch zu entdecken gibt

Irgendwann werde ich bestimmt gehen, einen riesigen Rucksack schleppend, mit all den kleinen Dingen die ich nicht zu Hause zurücklassen möchte und trotzdem unterwegs loswerden kann.

Irgendwann werde ich sie alle zurücklassen, die Fragen die Träume, die kleinen Illusionen, das Streben nach all den seltsamen Dingen.

Irgendwann, nur noch mit Leben meine Zeit verbringen und mich nicht mehr zu diesem Streben zwingen.

Irgendwann nur einfach gehen, nur um zu versuchen zu verstehen.

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Ich sitze da und esse diese wundervolle Kreation aus Kalbfilet Medaillons gefüllt mit einer herrlichen Steinpilzsauce, die auf faszinierende Weise schneller auf meiner Zunge zergeht als meine Lieblings Kräuterbutter, mit Erstaunen stelle ich also fest das meine Schwester scheinbar tatsächlich kochen kann. Schweren Herzens widme ich mich ab und zu dem Gemüse, welches auch noch einen Platz auf meinem Teller liegt, sowie dem eigentlich wirklich exzellenten Kartoffelgratin, doch auch er verblasst neben diesen rötlich schimmernden Fleischstücken. Ich wollte gerade, langsam und gelassen, zum Wasser greifen als die Person die gegenüber von mir ein Gespräch zu beginnen versucht.

Die gleichen Fragen, die gleichen Antworten, jedes mal wenn man sich sieht ist zum Glück recht lange Zeit vergangen und doch scheint die Person stets aufs Neue vergessen zu haben was ich ihr erzählte. Ich antworte lächelnd, abwesend, vielleicht ein bisschen in Gedanken und vor allem nebenbei mit dem Essen beschäftigt.

Christen fragen sich, was würde Jesus tun, ich frage mich dies viel zu selten um als fromm zu gelten aber ich frage mich trotzdem manchmal was bestimmte Personen in bestimmten Situationen tun würden. Alles Gedankenspielereien ich glaube nicht daran oder so, doch es macht Spass. Doch in der eben beschriebenen Situation tun wir wohl alle das gleiche. Am Hochzeitstag der Schwester, verpasst man dem eklige Fragen stellenden anderen Besucher keine Roundhouse Kick den man von Chuck Norris erwarten würde, beleidigt die Leute nicht gleich auf lustige Weise wie man es sich von Stefan Raab vorstellt und man kann irgendwie auch schlecht gleich den wahnsinnigen Leonidas raushängen und sie in das nächste Loch ohne Boden treten. Ausserdem geht es den genannten, in der gemütlichen Familienrunde, wohl genauso übel wie mir, wer will denn schon für schlechte Stimmung sorgen?

Doch plötzlich schrecke ich aus den Gedanken hervor, war da tatsächlich eine Frage die nie gestellt wurde und muss ich mir jetzt wirklich eine Antwort ausdenken die ich noch nie ausgesprochen habe? Ich lasse mir den genauen Laut erneut durch den Kopf gehen.

Was machst du den in deiner Freizeit so?

Ich sehe in den Augen jener Person das es sie eigentlich kein bisschen interessiert was ich in meiner Freizeit mache, genauso wenig wie der Rest des Gesprächs und trotzdem freue ich mich auf das unerwartete Geschenk der Abwechslung aus seinem Munde.  

Doch was mache ich in meiner Freizeit eigentlich? Ich schreibe,  aber schreiben…, wenn du jemandem sagst dein Hobby ist zu schreiben, dann denkt er du seist einer dieser seltsamen Möchtegernsuperautoren, die es sowieso nie zu etwas bringen werden und irgendwann auf jeden Fall aufhören, glaube ich. Ich mag es nicht unbedingt jemandem zu erzählen dass ich gerne Gedichte schreibe, über Geschichten nachdenke oder einen Blog habe. Es ist wahrscheinlich die Angst vor dem zu kleinen Interesse, wenn ich jemandem vom Schreiben erzähle möchte ich ihn überzeugen, ich möchte ihm etwas zum Lesen geben und ich möchte das er auch über die Dinge nachdenken kann die mir durch den Kopf gehen. Dazu kommt noch die Tatsache, das wenn man sagt man würde Schreiben, die meisten Leute denken man halte sich für etwas ganz besonderes, zumindest habe ich diese Erfahrung gemacht. Doch ich glaube nicht etwas Besonderes zu sein, ich habe nur Spass daran zu kritzeln, mit Wörtern zu experimentieren und mir eine eigene kleine Welt zu erschaffen, sie zerbrechen zu können wann ich mag. Diese Person hätte einfach genickt und die nächste Frage gestellt, darum erzähle ich meistens nichts von meiner grössten Leidenschaft. Ich sage meistens das ich viel Lese, etwas Sport mache und ansonsten das mache was jugendliche halt so tun, dann Lächle ich und es werden mir keine weiteren Fragen gestellt. Die angenehmste Weise einem bedrückenden Gefühl aus dem Weg zu gehen, auch wenn die Leute dann denken man würde sich jedes Wochenende hoffnungslos betrinken.

Danach widme ich mich wieder meinem Essen, die Gegenfrage stelle ich bewusst nicht, ich möchte nachdenken. Ich verabschiede mich frühzeitig und bemerke draussen wie früh es dunkel wird, wie kalt es schon ist und gehe durch den von mir heiss geliebten Regen ohne Schirm nach Hause. Nass komme ich an, setze mich hin ohne erst meine Haare zu trocknen und schreibe, das was jugendliche halt so tun, denke ich und schreibe lächelnd weiter.