Ich wurde Gestern Abend auf die Website eines Projekts hingewiesen, dass ich ziemlich interessant fand, ich weis zwar nicht ob es in Deutschland etwas bekannter ist als hier, aber in den Schweizer Medien habe ich bisher nie etwas davon gehört. Es geht dabei um die Gewinnung von Solarstrom in der Wüste Nordafrikas, für ganz Europa. Hört sich ziemlich doof an oder? Dann geben wir, als energiesüchtige Gesellschaft, den Grundsatz unserer Kommunikationskultur, quasi in die fremde Hände. Ausserdem gibt es da Anschläge und es ist sowieso alles was ausserhalb der westlichen Welt liegt unzivilisiertes Terrain. Wir sind Römer, sie Barbaren, so einfach ist das.

Möbel sind irgendwie eklig, die sind teuer, schwer und ich weis nie, welches Stück Holz wohl nun am besten meine Persönlichkeit und Interessen erkennbar macht. Noch schlimmer als Möbel ist Möbel einkaufen. Man hat ja immer so seine Vorstellungen, wie bei fast allem was man gerne kaufen möchte und meistens gibt es genau das was man im Kopf hat natürlich nicht. Ich habe das Recht oft, aber am meisten bei Möbeln und so kommt es, dass ich schliesslich nie genau das finde was ich haben wollte, da ich jedoch keine Lust habe in jedes andere Geschäft der Umgebung zu fahren, nächste Woche wiederzukommen und am Ende gar nichts zu haben, kauf ich halt was dem was ich wollte am nächsten kommt.

Irgendjemand den ich kenne hat im MSN folgendes Zitat hinter dem Namen gepinselt. „Musik ist höhere Offenbarung als alle Weisheit und Philosophie.“ – Ludwig v. Beethoven. Irgendwie gibt mir das jedesmal wenn ich es sehe zu denken. War Beethoven Weise, Philosoph und ein genialer Komponist zugleich, um das beurteilen zu können? Ausserdem könnte er, selbst wenn er alle drei Dinge war, seine Erkenntnis noch lange nicht auf die ganze Menschheit übertragen, oder? Komisches Zitat und seltsam das man sowas an seinen Namen klebt.

Aber vielleicht dürfen wir uns, mangels Alternativen, die Frage mit dem Solarstrom aus der Wüste nicht ganz so leicht machen. Zuerst fand ich ja auch das hört sehr weit hergeholt an, weil man immer wieder hört wie viel Energie beim Transport von Strom verloren gehen soll, auch wegen den eben genannten, Politischen und Sicherheitstechnischen Gründen und auch als ökonomischer Sicht, wie leistungsfähig bleibt unser Volkswirtschaft mit teurem Ökostrom. Ausserdem kann man ja auch nicht einfach die ganze Wüste mit Solarkollektoren füllen, oder?

Bitte, nur ein Bücherregal, das weder gelb noch grün ist und bei dem man weder, ein Bett noch eine ganze Wohn Wand dazukaufen muss. Bitte.

„Wenn du die Augen ganz fest schliesst und dir etwas wünscht, dann ist Gott der Kerl der dich ignoriert.“, zitiert irgendeinem Film.

Dies ist jetzt zwar auch ein ziemlich dreist in den Raum gestelltes Zitat, das nicht nach den Gefühlen von irgendjemandem fragt aber es ist kein verzweifelter Versuch intellektuell zu wirken, weshalb ich es Bedeutend mehr mag. Vielleicht sind deshalb ja Zitate von Albert Einstein und Abraham Lincoln, bekannter als jene von Beethoven, immer schön selbstironisch die beiden. Das einzige Zitat das ich vor dieser Person im MSN im Zusammenhang mit Beethoven kannte war nämlich:

„Früher rasierte man sich, wenn man Beethoven hören wollte, jetzt hört man Beethoven, wenn man sich rasieren will.“, von Peter Bamm.

Nein, ich muss sagen ich finde Solarstrom aus der Wüste, wirklich eine ziemlich gute Sache. Denn man kann den Strom von da, mit neuen Letungs Technologien, deren Bau laut ABB und Siemens kein Problem darstellen würde, mit nur 10-15% Energieverlust nach Europa transportieren. Wenn man bedenkt das laut einer Studie vom Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR), in Nordarfrika doppelt so viel Strom durch Solarenergie gewonnen werden kann, als im Süden Europas, ist dies nicht mehr wirklich viel. Durch die wirtschaftliche Abhängigkeit würde die Konfliktgefahr mit den jeweiligen Ländern sehr verkleinert, denn diese können die Solarzellen gleichzeitig für die Entsalzung des Meerwassers benutzen und mit ihnen Kälte gewinnen, man würde sie also nicht einmal ausnutzen, etwas ganz neues. Abgesehen davon könnten auch sie vom ergiebigen und vor allem unerschöpflichen Solarstrom profitieren. Bleibt nur noch die Frage der Wirtschaftlichkeit dieses Projekts, natürlich sind Solarkollektoren heute noch sehr teuer, aber da sie in immer grösseren Mengen produziert werden, ist es gut möglich das ihr Preis trotz der grossen Nachfrage sinken wird. Was ja fossile Energien, wahrscheinlich nie wieder tun werden. Deshalb wäre ein solches Projekt, auch wenn es natürlich sehr viel kostet, wohl auch für die Wirtschaft nachhaltig. Auch das Platz Problem ist nicht vorhanden, wie diese Grafik zeigt:

Von link nach rechts der Platz für Solarkraftwerke der nötig wäre um den Strombedarf der Welt, EU und von Deutschland zu decken. Das sieht jetzt sehr unprofessionell aus wegen der Verkleinerung aber es stammt ebenfalls aus der Studie des DRL.

Falls sich jemand schlaulesen möchte hier noch der Link zu diesem Projekt, hier ist alles noch erheblich genauer beschrieben als ich es getan habe und auch die einzelnen Studien sind aufgeführt:

http://www.desertec.org/de/concept.html

Es mag ja zynisch klingen, aber so recht daran glauben, das dieses Projekt zustande kommt, mag ich irgendwie auch nicht, ich werde das Gefühl nicht los das wir am Ende doch einfach wieder einige Atomkraftwerke bauen und dies auf sich beruhen lassen. Sie stellen zwar auch eine Gefahr dar und ein Anschlag dort wäre viel verheerender als auf ein Solarkraftwerk aber sie würden im eigenen Land stehen, man wäre unabhängig, super oder?

Es ist die einfachste Lösung und man muss sie nicht lange suchen gehen, genau wie das Bücherregal mit seinen Schubladen, die ich gar nicht wollte, es ist nicht wirklich das was ich mir vorgestellt habe aber es erfüllt seinen Zweck, für die Schubladen finde ich schon irgend auch eine Verwendung. Ich hab mich mit der einfachsten Lösung zufrieden gegeben, wie wir es halt meistens tun.

Die Energie ist unsere Droge, wo sie herkommt ist nicht so wichtig, wir wollen sie ja nur benutzen. Ich kann mir gut vorstellen dass dieses Projekt an uns vorbeigeht, wie viele andere Möglichkeiten zuvor, besonders an der Schweiz, wo wir halt immer noch ein bisschen mehr als alle anderen versuchen uns abzuschotten und dafür auch gern mal die Augen vor Lösungen von Problemen verschliessen. Mit dem Versuch intellektuell zu wirken, schliesse ich also, in dem ich Winston Churchill zitiere:

„Ein leidenschaftlicher Raucher, der immer von der Gefahr des Rauchens für die Gesundheit liest, hört in den meisten Fällen auf – zu lesen.“

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