Wenn man eine beliebige politische Figur eines beliebigen Landes fragen würde, was seine Partei von den anderen politischen Gruppierungen seines Landes unterscheidet würde er sicher sofort eine unendlich lange und sehr gut vorbereitete sowie auswendig gelernte Liste an Unterscheidungsmerkmalen vortragen können. Es würde wohl als erstes um fragen gehen wie liberal oder konservativ? Demokratisch oder Republikanisch? Bürgerlich oder eher Sozialistisch? Die eigentlichen Bedeutungen dieser Begriffe sind uns schon vor langer Zeit abhanden gekommen. Was der Begriff liberal bedeutet wird wohl wer sich ein kleines bisschen mit dem Thema befasst noch erklären können, er bedeutet jedoch für jeden Politiker der sich als liberal bezeichnet schon längst etwas anderes und wird auch in jedem Land unterschiedlich aufgefasst. Der Unterschied zwischen bürgerlich und sozialistisch wird da schon etwas schwieriger, während die in amerikanischer Politik verwendeten Merkmale zur Unterscheidung, demokratisch und republikanisch, ebenso gut durch die schwammigen Begriffe links und rechts ersetzt werden könnten.

Eigentlich ist das sehr schade denn wir als Bürger dieser Länder müssen ja dann aus diesem Wirrwarr von unterschiedlich gebrauchten Begriffen und politischen Richtungen eines auswählen. Man könnte sogar sagen das ganze sei eine grosse Tragödie, weil man nicht mehr weis was man wählen soll. Ich sehe das jedoch anders.

Es spielt meiner Meinung nach gar keine Rolle was oder wen man von den großen politischen Parteien der westlichen Länder wählt. Denn sie sind eigentlich alle gleich, natürlich gibt es mancherlei kleinere Unterschiede aber irgendwie ist es immer so das wenn eine Partei die als sie in der Opposition war behauptet hat sie würde alles viel besser machen als die damalige Regierung, genau den eingeschlagenen Kurs der Vorgänger weiterverfolgt sobald sie an die Macht kommt. Natürlich bleibt ihnen oft keine andere Möglichkeit, denn auch sie wollen im Prinzip nur das beste für das eigene Land, also schaut man einfach darauf das die eigenen Lobbys unterstützt werden anstatt Risiko reiche Veränderungen anzugehen, obwohl man genau diese eigentlich versprochen hat.

Man muss doch ehrlich sein, es spielt eigentlich keine Rolle ob SPD oder CDU regieren, ob New Labour oder Conservative Party an die Macht kommen und es wird wohl auch keine Rolle spielen ob Obama oder McCain Präsident werden. Denn soviel der Veränderer Obama auch ändern möchte, ich zweifle auch wirklich nicht daran das er es will, er wird es nicht schaffen. Ich behaupte nicht zu wissen ob Obama ein guter Präsident wäre, ich hoffe es natürlich aber ich denke nicht das er die hohen Erwartungen und seine Versprechen der Veränderung wird halten können. So schade es auch wäre ich denke Obama wäre vielleicht ein sehr guter Präsident aber ganz anders als alle anderen wird er kaum sein.

Die Ursache wieso alle so gleich sind ist natürlich eher Komplex, aber ich denke es ist einfach so das sich ein Land beziehungsweise ein Volk, eher mit der Weiterführung schlechter Politik zufrieden gibt als Veränderungen zu akzeptieren für die sie vielleicht auf andere Dinge die sie gewohnt sind verzichten zu müssen. Es ist einfacher wiedergewählt zu werden wenn man keine oder wenige Risiken eingeht, es ist die Trägheit der Menschen die das System manchmal blockiert. Aber es ist wie ich denke manchmal auch der Einfluss der Wirtschaft und der Lobbys die verhindern das die Politiker grosse Reformen und Neuerungen erzwingen können oder wollen. Und nicht zuletzt ist es wohl auch der Druck anderer Staaten die nicht wollen das sich in einem anderen Land allzu viel verändert.

Vielleicht ist es jedoch ganz gut so, vielleicht ist es gut das sich nicht alles allzu sehr Unterscheidet, vielleicht merkt man das es besser ist wenn man sieht wie wenig man sich heute noch für Politik interessiert. Vielleicht ist es für die meisten von uns besser nichts zu verändern, denn vielleicht interessiert es die meisten von uns gar nicht was verändert werden könnte.

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