„Hier als Wahlinformation!“, sagte sie zu mir und drücke mir diesen roten Zettel in die Hand. Da ich gerade auf dem Weg zum Bahnhof war überflog ich schnell den Inhalt, das Wahlthema interessierte mich eigentlich kaum. Es waren wiedereinmal diese Art von Wahlen bei denen Parteien auf beiden Seiten sich gegeneinander aufhetzten, ohne darauf zu achten was eigentlich am meisten Sinn machen würde. Es ist nun einmal so, was vom politischen Gegner kommt kann nur Müll sein und was man selber einmal erzählt hat ist das einzig richtige, auch wenn es sich schon früh vor der Wahl als falsch herausgestellt hat. Man verteilt auch dann noch Zettel weiter, wenn man wissen sollte das man falsch liegt, denn wie würde das den bitte schön aussehen einfach so aufzugeben.

Ich fragte mich Heute wie fest eine politische Partei eigentlich von ihren Zielen abweichen darf um Wähler zu halten oder zu gewinnen. Man hört ja immer wieder das manche Parteien ein neues Image entwickeln wollen und bei unseren Nachbarn in Deutschland gibt es sogar öfter mal Parteien, welche früher einmal rechts oder links waren, aber das dann irgendwann doch nicht so gut fanden und bisschen Richtung Mitte oder irgendwo anders hin spaziert sind.

Dürfen die das eigentlich? Macht das Sinn? Ich meine man muss sich das mal so überlegen: Eine Partei wird ja meistens mit bestimmten Zielen gegründet, man will mithilfe des Zusammenschlusses vieler Leute gemeinsame Interessen durchsetzen oder es zumindest versuchen. Ob das Soziale Interessen, Wirtschaftliche Ziele oder einfach Wünsche nach einem Ausländerlosen Staat sind tut eigentlich nichts zur Sache. Wenn man aber dann merkt das man mit den Wahlversprechen diese Ziele durchzusetzen, kaum Stimmen bei Wahlen erhält, ist man dann wirklich dazu genötigt die Interessen auf kosten der Macht abzugeben? Ich finde das ziemlich falsch ehrlich gesagt, meiner Meinung nach sollten politische Parteien, welche aufgrund ihrer Zielsetzungen nicht mehr gewählt werden, ihre Versprechen nicht einfach ändern. Sie sollten diese Ziele weiterverfolgen, denn wenn sie ihren Standpunkt aufgeben und sich andere Ziele setzen ist dies doch eigentlich das gleiche wie wenn eine andere Partei mit anderen Zielen und Standpunkten gewählt wird. Diese Interessen verlieren dann genau so viel an Kraft.

Doch wie komme ich überhaupt darauf das es in der Politik wirklich um Standpunkte und höhere Ziele geht, als ganz oben zu bleiben? Die Politik Landschaft erinnert mich irgendwie immer mehr an einen Markt oder eine Marktwirtschaft, wo es verschiedene Anbieter und Konsumenten gibt. Nachfrage bestimmt das Angebot, aber das ist doch eigentlich falsch, oder etwa nicht? Gibt es die kapitalistische Demokratie? Wenn man einen Blick nach Deutschland wagt sieht man dort eine zerrüttete Politik Landschaft, in der keiner mehr so recht weis wo er hingehört. CDU und SPD kann niemand mehr so recht unterscheiden, grün ist nicht mehr das was es einmal war, was liberal oder freisinnig bedeuten soll hat wohl nie jemand so richtig verstanden und die braunen sind einzigen die dem Wind standhalten und ihren Positionen einigermaßen treu bleiben, ein Armutszeugnis in meinen Augen. Was bringt uns zum Beispiel eine Grünliberal Partei? Toll wir haben dann ein gutes Gefühl weil wir Grün gewählt haben, ist sicher gut für die Umwelt und Liberal bedeutet gleichzeitig das wir nicht mehr Steuern zahlen müssen! Oder so. Es sind echt seltsame Päckchen die Politiker schnüren werden finde ich.

Es gibt aber natürlich schon Fälle wo die Parteien mit der Zeit mitgehen müssen, trotzdem sollte man nicht einfach mit dem Strom schwimmen, besonders als Politiker. Aber es scheint leider wirklich so zu sein, das nur jene Leute mächtig werden die auf Macht aus sind. Wir werden wahrscheinlich nichts dagegen tun können, ist ein ziemlich festgefahrenes Prinzip. Wir müssen uns nur in acht nehmen das dies, was wir vor paar Jahren gewählt haben nicht plötzlich etwas anderes bedeutet.

Volker Pispers sagte einmal: „Humor ist wenn man trotzdem lacht, Demokratie ist wenn man trotzdem wählt.“

Es ist meiner Meinung nach echt kein Wunder das viele junge Leute die Lust sowie das Interesse an Politik gar nie hatten oder schnell wieder verlieren.

 

 

 

 

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