Ein Glückpilz sein, bedeutet Glück zu haben aber die meisten von uns wissen das es nicht bedeuten glücklich zu sein. Wieso sind eigentlich Glück haben und glücklich sein für uns zwei verschiedene Dinge, hat nicht jener am meisten Glück der glücklich sein kann?

Oft haben wir das Gefühl das wir tagtäglich vom Pech verfolgt werden, wenn es im Supermarkt unsere Lieblings Jogurt Sorte nicht mehr hat oder wir schon wieder nicht im Lotto gewonnen haben, versinken wir im Selbstmitleid. Wir stagnieren und haben das komische Gefühl das uns etwas fehlt. Wir nerven uns an Kleinigkeiten auf und stören uns an Unwichtigkeiten, manchmal ohne zuzugeben wie nichtig sie sind. 

Ich denke wenn man berechnen würde was an einem bestimmten Tag größer ist, die Chance plötzlich reich und mächtig zu sein oder an diesem Tag einen Unfall zu haben und zu sterben, wäre die Möglichkeit des Unfalles viel größer. Trotzdem trifft man viel mehr Leute an die betrübt darüber sind, dass sie in einem kleineren Haus wohnen als die Nachbarn oder ein weniger teures Auto haben als ihre Freunde, als Leute die sich einfach bloß freuen das sie den Tag einmal mehr überlebt haben.

Ist ja auch logisch, aber sind den jene Leute mit dem großen Haus und Auto wirklich glücklicher? Also ich meine mir ist klar das jemand der etwas zu essen hat glücklicher ist, als jener der verhungert. Aber in unserer Gesellschaft haben wir, wie ich denke ein Niveau erreicht, wo kaum einer hungern muss und wohl jeder ein Dach über dem Kopf hat. Die Existenz ist also gesichert, viele von uns können sogar noch wählen ob sie lieber einen neuen Fernseher oder schönere Möbel möchten, statt sich über diese Auswahl zu freuen kommt der Frust in uns hoch, dass wir nicht beides haben können. Wir sind kleine Kinder die sich nur eine Süßigkeit, im riesigen Regal aussuchen dürfen und an dieser Tatsache verzweifeln. Woher kommt dieses streben nach mehr eigentlich, ich meine bis zu einem gewissen Grad kann ich es ja noch verstehen. Doch es gibt inzwischen wirklich Träume und Wünsche, nach materiellen Dingen in den Köpfen der Leute, die für mich total unsinnig sind. Und wenn jemand schließlich wirklich alles erreicht hat, was er mit Geld kaufen kann, merkt er was er verpasst hat. Ich habe einmal eine Studie gelesen in der besonders reiche Leute nach ihrem Glück befragt wurden, die meisten von ihnen sagten ihr größtes Privileg sei mehr Zeit zu haben, für Familie und Freunde. Leider habe ich die Quelle dieser Studie nicht mehr, denn es ist schon eine Weile her. Hätten diese Leute aber wenn sie nicht reich geworden wären, ihre Zeit nicht von Anfang an in Familie und Freunde investieren können? Diese Aussage schließt natürlich jene Leute aus die ihr Geld nicht selber verdient haben, sondern es schon immer hatten.

Ich will natürlich nicht behaupten das an sich Geld unglücklich macht, es ist bestimmt so das viele Leute sehr reich sind und trotzdem glücklich sein können. Aber ist es, in unserem Teil der Welt wo jeder alles hat was braucht, und oft sogar mehr, wirklich das höchste Ziel noch reicher zu werden? Ist uns da nicht vielleicht irgendwann etwas wichtigeres abhanden gekommen oder war dies alles schon immer so? Könnte es sogar möglich sein das ich mich täusche und es viele Leute gibt, die nach etwas anderem als Geld streben und denen das Geld nur dazu dient jene Ziele zu erreichen? Eine glückliche Familie zum Beispiel oder das Ziel sich den stolz der Eltern oder Bekannten zu sichern und gar nicht den Wunsch nach dem Geld an sich? Bedeutet Ansehen und Macht, für manche Leute vielleicht Glück?

Ja, vielleicht ist es die Vorstellung vom Glück selbst, die sich in der Wohlstandgesellschaft ändert? Glücklich ist nicht mehr, wer dies ausstrahlt und ein fröhliches Leben führt oder wer Freude an seiner Arbeit hat. Das Ideal des Glücks hat sich vom sorgenfreien Menschen, in eine Person verwandelt die mächtig und reich ist.

Weil sorgenfrei sind wir ja eigentlich alle, natürlich wir verlieren uns trotzdem in unseren Problemen, wie unserem Gewicht oder der Tatsache das wir nicht Sportler und Popstars geworden sind. Trotzdem musste sich die Vorstellung des Glücks wohl, in unserer Zeit wo wir alle nicht mehr um das Überleben kämpfen müssen, den Veränderungen anpassen.

Oder aber, und davor habe ich ein wenig Angst, sie war schon immer so verdreht und ich bin so Naiv zu glauben das mehr in uns Menschen steckt oder gesteckt hat. Ich dachte immer das was ein Kind fühlt wenn es auf den Schultern seines Vaters durch den Park getragen wird oder von der Mutter Abends eine Geschichte erzählt bekommt, sei Glück. Eher Geborgenheit und Sorgenfreiheit als Reichtum oder Macht.  Doch es hat wohl jeder eine andere Vorstellung davon und wer weis, vielleicht habe ich mich ja im Glauben die Mehrheit dachte einst wie ich getäuscht?

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