Zugegeben, obwohl ich politischen Persönlichkeiten grundsätzlich sehr skeptisch gegenüberstehe, war ich vom Anfang an sehr von dieser Person Barack Obama begeistert. Er gehört zu diesen Personen die einem auf den ersten Blick irgendwie sympathisch sind und er strahlt diese Frische aus, die wohl alle am meisten an ihm mögen. Die Dinge, welche er verspricht sind wohl genau das was sich viele Amerikaner wünschen, einen Wandel und ein Wechsel in den obersten Gremien der US Politik.

Nach den letzten Vorwahlen in North Carolina sowie Indiana, steht wohl so gut wie fest das Barack Obama im November für die US Demokraten als Präsident kandidieren wird. Es ist schließlich kaum davon auszugehen das sie die Superdelegierten geschlossen gegen den entscheid des Volkes stellen und Hillary nominieren, obwohl man in diesem skurrilen Wahlkampf wohl auch von dem nicht allzu überrascht wäre.

In einem Wahlkampf zwischen McCain und Obama treffen in meinen Augen Welten aufeinander. Auf der einen Seite haben wir den 72 jährigen Vietnamveteran, der den Irakkrieg befürwortet hat, jedoch stets gesagt hat das mehr Truppen nötig gewesen wären. Und der einen militärischen Konflikt gegen den Iran nicht ausschließt, aber als letzte Option betrachtet. Obwohl McCain innenpolitisch als eher liberaler Republikaner gilt, für manche Parteimitglieder gar zu liberal, dürfen wir wohl bei der Außenpolitik von ihm auf keinen Fall irgendwelche Änderungen erwarten. Und die Außenpolitik dürfte es ja sein, was uns nicht Amerikaner am meisten interessiert.

Im gegenüber steht Obama, der 47 Jährige Demokrat, welcher der Irakkrieg von Anfang an als Fehler betrachtet hat und in den Konflikten mit Iran und Syrien einen diplomatischen Weg für eine gute Lösung hält.

Aber sind die Unterschiede wirklich so gross? Schließlich ist ja nicht davon ausszugehen das McCain den Iran wegbombt ohne mit ihnen geredet zu haben und auch Obama will im bezug zu Iran: „keine Option, einschließlich militärischer Handlungen, vom Tisch nehmen“ aber es sollten „anhaltende und energische Diplomatie kombiniert mit harten Sanktionen die primären Mittel“ sein. Genau wie in dieser Frage die hier als Beispiel genommen wird, muss Obama wohl auch in vielen anderen Punkten Kompromisse eingehen.

Die Amerikaner haben aber wohl die Nase für eine Weile voll von den Rebuplikanern und ich gehe davon aus das Obama im Herbst gewinnt, auch die bisherigen Umfragen sprechen bekanntlich dafür. Natürlich gibt es immer Überraschungen und spezielle Ereignisse welche diese herbeiführen.

Wird Obama wirklich so viel ändern können? Hätte ein Obama auf den 11. September wirklich anders reagieren können als Bush es getan hat? Würde ein passiver Präsident in einer solchen Situation nicht von den Medien sowie den eigenen Parteimitgliedern und auch von den Militärfunktionären langsam aber sicher zermürbt werden. Ich weis es nicht genau, aber ich kann es mir gut vorstellen, ich denke viele von uns können sich noch an die schon fast kriegstreiberischen Fernsehsendungen auf Fox und CNN erinnern die damals ausgestrahlt wurden.

Ich hoffe natürlich wirklich inständig das es Obama gelingen wird das System umzukrempeln, er ist und bleibt eine sehr spektakuläre Figur im amerikanischen Politgeschehen. Ich hoffe das die Amerikaner aus dem Irak abziehen können, ohne das dort Bürgerkrieg ausbricht. Doch ich denke das ist eine grosse Utopie.

Ich hoffe es wird Obama gelingen den Staatshaushalt der USA in den Griff zu bekommen, doch ich glaube diese Utopie ist noch die viel größere. Zu enorm sind die Ausgaben wohl:

 

Mir stellt sich da Frage warum dieses Thema eigentlich kaum zu Debatten im US Vorwahlkampf geführt hat. 8 Billionen, Tendenz seit 49 Jahren steigend. Wer soll das den irgendwann bezahlen? Erstaunlich finde ich übrigens auch das republikanische Präsidenten ein negativeres Budget haben als Demokraten, ist es in den meisten anderen Staaten nicht meist so das die Linke mehr Geld verbraucht? Krieg ist eine jeweils sehr teure Aktion, wie leicht zu erkennen ist. Ist mit solch einer Hypothek und der gleichzeitig drohenden Rezession in den USA, ein Wandel wie ihn Obama verspricht überhaupt möglich?

Ich hoffe inständig das Obama das ist was wir uns wohl alle Wünschen, der Veränderer und das er derjenige ist der die verhassten Teile der Amerikanischen Politik zum gemeinsamen Dialog bringt. Aber irgendwie bleibe ich skeptisch, irgendwie wäre das alles zu schön um war zu sein.

 

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