An freien Montagen bin ich irgendwie immer weniger entspannt als an Sonntagen und sie kommen mir kürzer vor. Wieso weiß ich nicht genau, vielleicht weil die neue Arbeitswoche schon wieder begonnen hat. Der Rhythmus ist schon wieder auf arbeiten eingestellt, nicht mehr auf das entspannte Dasein am Wochenende.

Arbeiten, irgendwie weiß ich nicht genau. Ich denke wenn man jung ist, geht selten jemand gerne arbeiten, man würde die Zeit lieber anders nutzen oder eben nicht nutzen. Und doch ist es für jeden eine riesige Tragödie wenn er nicht arbeiten gehen kann, nicht einmal vorrangig  finanziell sondern vor allem gesellschaftlich. Denn was kann das für einer sein der nicht arbeiten geht? Entweder ist der verblödet oder einfach ein Schmarotzer im System! Jeder von uns erwartet vom anderen stets das er brav seiner Arbeit nachgeht, im Rhythmus bleibt. Wozu haben wir eigentlich einen Rhythmus, natürlich zum arbeiten, für welche andere menschliche Tätigkeit würde man so was wie einen Rhythmus gebrauchen? Schon als Kinder lernen wir Morgens früh aufzustehen, dann aus dem Haus zu gehen und in der Schule für eine gewisse Zeit unsere persönlichen Bedürfnisse zurückzustecken. Ist diese Zeit um, dürfen wir uns wieder individuell dem zuwenden was wir am liebsten tun, aber stets im Bewusstsein natürlich das wir am nächsten Morgen wieder zur Schule müssen, oder später eben zu Arbeit. So tun wir das unser Leben lang, bis zur Pension oder zum Tod, je nach dem. Natürlich gibt es auch Leute die außerhalb der normalen Zeit des Rhythmuses arbeiten gehen, diese Leute legen sich dann einfach einen eigenen Rhythmus zu.

Doch ist dieses ganze System des stetigen Arbeitens eigentlich in der Zukunft noch haltbar, wird es für immer genug Arbeit für alle geben? Ich denke nicht, momentan gelingt es uns noch Arbeitsplätze zu schaffen wo keine nötig sind, so das es noch genug Arbeit für alle gibt. Aber irgendwann wird auch dies nicht mehr nötig sein, doch an dem Zeitpunkt wird sich etwas ändern müssen. Was ist eigentlich wenn ein Betrieb plötzlich mit halb so vielen Mitarbeitern die selbe Leistung erbringen kann, weil es Maschinen gibt welche die Tätigkeiten der anderen Hälfte verrichtet? Der Betrieb macht immer noch den selben Gewinn, schafft aber weniger Arbeitsplätze. Aber irgendwann wird sich ja die Technik sicherlich weiterentwickeln und es werden wiederum weniger Mitarbeiter nötig sein, doch der Marktanteil der Firma wird gleich bleiben. Die Besitzer der Firma verdienen also gleich viel, oder sogar mehr, was sie noch reicher macht als sie schon sind.

Natürlich sind in letzter Zeit die Marketingabteilungen und Kundenservices der Firmen enorm gewachsen, das hat viele Arbeitsplätze geschaffen. Doch ebenso kostet uns die Globalisierung Arbeitsplätze, immer mehr Betrieben ist es mögliche Bereiche in Länder auszulagern wo billiger Produziert werden kann.

Eigentlich ist es doch eine wunderschöne Sache wenn die Maschinen und die Technologie, das Arbeiten für uns übernehmen. Wieso macht uns das also so zu schaffen, wenn viele von uns am Arbeitsplatz durch Maschinen abgelöst werden? Die Antwort ist eigentlich einfach: Nämlich weil wir Angst haben unsere Stellung in der Gesellschaft zu verlieren. Weil wie erwähnt, wer nicht arbeitet ist entweder faul oder zu dumm eine Stelle zu bekommen, also wertlos.

Natürlich kann man jetzt sagen das die ganze Geschichte mit der Ersetzung des Menschen von Maschinen, schon vor hundert Jahren ein Thema war und das schon damals viele das Ende der Menschlichen Arbeitskraft vorausgesagt haben. Sie hatten wahrscheinlich alle recht, nur waren sie etwas zu früh. Vielleicht bin ich das auch, aber es wird irgendwann soweit sein und was dann kommt sollten wir uns einmal überlegen:

Stellen wir uns erneut die Firma von vorhin vor, der technische Fortschritt ist inzwischen so gross das sie nur noch einen statt zwanzig Mitarbeiter braucht. Das ist natürlich eher Utopisch aber ja auch nur ein Beispiel. Die Besitzer der Firma müssen also nur noch 5% der Löhne zahlen, was ihnen enorm viel höhere Gewinne einbringt. Sie mussten natürlich für den Kauf der Maschinen einiges bezahlen, das setzt also voraus das sie zuvor schon recht viel Geld hatten. Mit den neuen Erträgen verdienen sie dann jedoch noch mehr und können sich irgendwann auch mehr Firmen kaufen. Die 19 Mitarbeiter die ihre Stelle verloren haben verdienen nichts mehr, dafür die Besitzer mehr. Irgendwann gibt es schließlich nur noch reiche Besitzer und arme ehemalige Mitarbeiter.

Ist natürlich ein absolut extremes Beispiel, doch darauf läuft es meiner Meinung nach hinaus. Eigentlich sollten wir dann alle Besitzer der Firmen werden, oder? Dann wäre alles recht gerecht verteilt, aber verstaatlichen ist seit dem verhassten Kommunismus sehr verpönt. Der Kommunismus hat uns aber auch gezeigt das dies alles nicht wirklich funktioniert. Trotzdem glaube ich das der Liberalismus ins letzte Jahrhundert gehört. Man wird also einen anderen Weg finden müssen, aber vielleicht wäre es gut wenn man weis wo es langgeht bevor man mitten auf der Kreuzung steht.

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