Nichts geht über einen freien Samstag. Ich habe Heute ungefähr, nichts gemacht. Nichts liegt natürlich im Auge des betrachters, pratkisch gesehen habe ich schon einige Dinge gemacht. Aber nichts was ich als „aktive Tätitikeit“ bezeichnen würde, oder so. Doch wann kann man sagen das man etwas gemacht hat? Habich überhaupt je etwas gemacht? Und zählt nichts tun nicht auch als Tätikeit weil man damit auch etwas auslöst? Keine Ahnung.

Mir ist aufgefallen das wir nichts tun, das wir schlafen. Also wir alle, wir schlafen. Wir machen die Augen zu und gehen in unserer kleinen Welt wo alles in Ordnung ist zu Schule, gehen arbeiten und grillen. Wir laden Freunde ein, gucken Fußball, trinken Bier und lesen in der Zeitung am liebsten Artikel über Inzest Täter und schauen im Fernsehen Casting Shows an. Wir Menschen haben die erstaunliche Fähigkeit entwickelt alle Probleme auszublenden.

Vor 150 Jahren war die Welt noch in Ordnung, natürlich ging es damals allen die nicht den übermächtigen Kolonialmächten angehörten genauso schlecht wie heute. Aber damals haben wir wenigstens zugegeben das wir sie ausbeuten und das wir sie nur am leben lassen wenn sie für unsarbeiten. Heute ist das anders, die Kolonialmächte hat der Wind der Zeit längst verweht, das ist natürlich auch gut so. Eine größere Ungerechtigkeit als den Imperialismus, muss man hinter ihm in der Geschichte weit suchen gehen, nach seinem Zeitalter ist das selbstverständlich kein Problem mehr, da gibt es sie zuhauf. Aber was hat die Freiheit von den westlichen Großmächten, den Einwohnern des Hungergürtels überhaupt gebracht? Klar sie dürfen jetzt wählen gehen, also selber bestimmen von wem sie ausgebeutet werden wollen und sie werden im Prinzip als Menschen betrachtet. Einzelnen Ländern geht es sogar wirklich besser, da sie sie grosse Bodenschätze besitzen, die sie selber verwenden können. Länder die wirklich in das Wirtschaftliche System integriert wurden oder es geschafft haben selber ihren Platz zu finden, blieben jedoch Einzellfälle und auch von der hochgepriesenen Globalisierung profitieren wir viel mehr als sie.

Eigentlich haben wir sie nie aus der Hand gegeben, wir beherrschen sie eigentlich immer noch oder wieder, wie damals die Kolonialmächte, nur sind sie auf einer Weltkarte alles souveräne Länder eingezeichnet, doch die Grenzen dieser Länder haben wir selber gezogen. Am liebsten mit dem Lineal, ethnische Gruppen waren uns dabei egal. Wirtschaftlich oder auch nur gesellschaftlich sind die wenigsten von ihnen unabhängig. Das Kapital hat die Imperialmächte abgelöst und die über allem herrschenden Könige sowie Kaiser sind den anonym geleiteten Großkonzernen gewichen.

Natürlich ist die genüberstellung von Kapitalismus und Kolonialismus etwas extrem, aber sie dient meiner Meinung nach als gutes Beispiel, für die verschobenen Verhältnisse.

Wir schlafen weiter, die großen Männer und Frauen unserer Zeit werden das schon richten. Wir orientieren uns an Schönheitsköniginnen, die als intelligent gelten weil sie wissen das ein elektrisches Gerät im Standbymodus mehr Strom braucht als ausgeschaltet und Sportler sind die wahren, die absoluten und tadellosen Helden unserer Zeit. Wir interessieren uns gar nicht mehr für das System, wir sind der Diskussion irgendwann überdrüssig geworden. Es wird schon irgendwie gehen. Wir unterschätzen den Schaden den wir anrichten sowie den Einfluss den wir haben.

Heute Morgen war erstaunlicherweise meiner Tageszeitung dies hier beigelegt:

http://dasmagazin.ch/index.php/geld-und-gluck-fur-alle/

Es war für mich eine wirklich sehr erfreuliche Überraschung, dass es wirklich Stimmen gibt die sich über das System an sich Gedanken machen, ohne dabei übereilte Theorien aufzustellen oder sich selber mit unsinnigen Argumentationen ins Abseits zu befördern. Ich fand den Artikel wirklich gut, doch leider hat auch er meine Fragen nach einer Lösung des Problems nicht beantworten können.

Dies können, wie ich glaube nur wir alle zusammen, in dem wir aufwachen aus unserem Halbschlaf in dem wir alles hinzunehmen bereit sind und uns aktiv Gedanken machen. In dem wir uns damit auseinander setzten das eine Veränderung ja vielleicht ganz gut wäre und in dem wir bereit sind die Lösung als Kollektiv zu finden. Es ist ein langer Prozess und es aber sich damit zu befassen ist der erste Schritt. Denn ich bin inzwischen überzeugt davon, unser Wohlstand oder Wachstum allein machen uns nicht mehr glücklicher.

Doch wir schlafen, wir lassen uns abspeisen mit den grossen Schlagzeilen der Medien. Wir sind eine Geselschaft von blinden, niemand und wir alle tragen die Verantwortung dafür:

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