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Wer bist du? Bist du was du machst, bist du was du hast oder bist was du gerne wärst? Bist du an was du glaubst, wovon du träumst oder bist du nicht mehr als dein Spiegelbild? Bist du nicht mehr als dein Beruf und dein Erscheinen?

Ich denke Spiegel lügen, das Sein ist mehr als die Reflektionen des Lichts, mehr als das Spiel der Farben in unseren Gedanken. Ich denke wir sind mehr als das was man uns als erstes fragt, die Wichtigkeit des Tun muss uns trügen. Machen wir eine neue Bekanntschaft ist die erste Frage jeweils die nach dem Beruf, nicht nach Vorstellungen oder Wünschen, nie die Frage nach dem Sein.

Wie wundervoll würde ich dich finden wenn du mich etwas anderes fragen würdest, ohne in mir meine Fähigkeiten zu suchen? Wie wundervoll wäre es mit dir über andere Dinge zu sprechen als dieses Allgemeine, diesen Zeitgeist der Lockerheit? Wie wundervoll wenn du dich für mich interessieren würdest ohne zu wissen was ich habe und was ich mache?

Doch ich möchte niemanden rügen, ich sehe es auch nicht als etwas schlimmes an sich den Oberflächlichkeiten zu fügen. Trotzdem würde ich gerne jemandem treffen der das alles nicht nur auch so sieht, sondern dies alles lebt. Ich selbst kann das nicht, ich antworte auf die Frage nach meinem Beruf und frage brav zurück, genau wie alle anderen. So gerne würde ich jemanden treffen der auf meine Frage, was er denn so mache einfach antworten würde „hier stehen und mit ihnen reden“. Gibt es solche Leute überhaupt? Es gibt nichts unwichtigeres als den Beruf den man hat oder das Vermögen das einem besitzt, trotzdem ist das Ansehen fast allein davon abhängig. Eine Traurigkeit des Lebens.

Wo gehst du hin? Wieso gehst du, wieso entziehst du dich meinem Blick? Ich möchte dich festhalten, doch ich habe nichts was dich halten könnte. Ich möchte dich umarmen, doch ich besitze nichts was du umarmen möchtest. Ich möchte dich lieben, doch ich tue nichts was in deinen Augen der Liebe würdig wäre. Wer warst du und wie wundervoll hättest du sein können? Schade das ich nichts über dich weis, schade das ich dich bald werde vergessen haben. So nun denn geh in Friede, du Person die ich nie kannte. Geh in Liebe, du Charakter in einer Komödie die ich nie angeschaut habe und finde deinen Weg, du kleine Beziehung eines einzigen kurzen Gesprächs.

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Wir leben in einer sehr seltsamen Epoche der Zeitgeschichte. Stets auf der Suche nach der Befriedungen unserer unendlichen Wünsche, bewegen wir uns in einer überbevölkerten und wohl schon bald durch uns selbst kaputten Welt. Nichts anderes zu tun als im Strom des Lebens mitzuschwimmen, keine andere Möglichkeit als die Ungerechtigkeiten der Welt einfach hinzunehmen. Keine andere Perspektive als Ungleichheit als Tatsache zu akzeptieren und so gut als möglich zu ignorieren. Ein komische Zeit in der wir wandeln, eine komische Epoche in der wir uns bewegen. Wir haben das Gefühl es wäre jetzt für immer so, ich denke wir glauben all das was wir geschaffen haben, stünde für die Unendlichkeit. Doch dachten das die Römer nicht auch? Die Hellenen, Perser oder die Phönizier ich frage mich ob die ein ähnliches Gefühl hatten. Ich frage mich ob sie wussten das nicht ewig ist und nie etwas für die Unendlichkeit steht. Ich denke darüber nach ob wir uns dessen bewusst sind.

Manchmal habe ich mich schon gefragt was aus mir geworden wäre, wenn ich in einer anderen Zeit und an einem anderem Ort geboren worden wäre. Eine Art Gedanken Spiel ohne bestimmten Zweck. Ich frage mich ob ich im Japan des Mittelalters als Fischer mit einer kleinen Familie glücklich gelebt hätte oder ich auch als Uhreinwohner in den eisigen Steppen Sibiriens meinen Weg gegangen wäre. Ich möchte wissen ob ich mir dann die Fragen nach dem Sinn des Lebens oder der Unwichtigkeit des Seins auch gestellt hätte oder ob ich in einer anderen Umgebung einfach bereit gewesen wäre zu glauben, bereit gewesen wäre zu nehmen was da ist und nicht nach mehr zu fragen. Ob ich dann jemand anderes gewesen wäre? Ob ich dann glücklich gewesen wäre oder ob ich zu jenen Leuten gehört hätte die Revolutionen unterstützten und Könige entthronen wollten? Wäre ich ein guter spartanischer Soldat oder römischer Legionär gewesen, wäre ich bereit gewesen für meine Herren zu morden, für Habsucht zu Plündern und für Machtgier in den Krieg zu ziehen? Ob ich den Mut gehabt hätte für mein Land zu Kämpfen und die Freiheit zu sterben?

Ab und zu kommt in mir auch die Frage auf ob die Leute früher anders waren. Bescheidener und von sich selbst nicht ganz so überzeugt wie wir. Freundlicher, interessierter, vertrauensvoller und vielleicht nicht ganz so voller Vorurteile. Weniger gestresst vielleicht und nicht überfordert von tausender Möglichkeiten die unsere Zeit uns bietet um sich die Zeit totzuschlagen? Schön wäre es in einer Zeit zu leben in der man froh ist etwas zu haben, statt nach mehr zu streben. Doch war dies früher wirklich anders in Kreisen der normalen Bürger eines Landes? Ich fürchte es gibt keine Quelle die das belegen könnte und keine Forschung mit der man herausfinden kann ob dies so war, doch ich hoffe es.

Ich hätte gern in einer Zeit gelebt wo Wanderer freundlich empfangen wurden und eine gute Geschichte ein Abendessen wert war. Ich denke wenn man nie all die Möglichkeiten an Unterhaltung und Tätigkeiten kennen lernen würde, die wir Heute genießen, wäre der Wunsch stets noch mehr Alternativen zu haben gar nicht so gross. Ich glaube schon das die Leute früher, in ihrer Welt wo sie alles kannten und fast alles verstanden glücklicher waren als wir in unserer schnelllebigen Welt wo keiner den Überblick mehr hat und alle ein wenig überfordert sind vom Tempo des eigenen Alltags. Wir leben in einer Zeit wo sich nicht nur keiner mehr Zeit nehmen kann um sich die Geschichten des Wanderers anzuhören oder ihm eine warme Mahlzeit anzubieten. Nein, Wir leben in einer Zeit wo es überhaupt keine Wanderer mehr gibt die bereit wären Geschichten zu erzählen.

Freiheit, überall in unserer Gesellschaft wird dieses Wort rege verwendet. Fast alle Leute haben eine unterschiedliche Vorstellung von Freiheit und fast alle Richtungen der Politik befürworten die Freiheit, jede jedoch hat eine andere Vorstellung von diesem Ideal, das wohl leider nie für alle erreichbar sein wird. Die liberale Vorstellung der Freiheit ist ja eigentlich die individuelle Freiheit aller Personen, mit dem Vorbehalt der Nichtaggression natürlich. Der Anarchismus wünscht sich die absolute Freiheit von jeglicher Ordnung des Staates, während sich der Totalitarismus wohl als einzige Form der Ideologie die Freiheit zu unterbinden versucht.

Sind wir eigentlich frei? Ich denke nach der liberalen Vorstellung von Freiheit sind wir in der westlichen Welt relativ frei, zumindest auf den ersten Blick. Uns stehen viele Wege offen und wir können sehr viele Entscheidungen selber treffen. Aber ich denke trotzdem es gibt einen Punkt in dem wir nicht frei sind, bei weitem nicht. Denn eigentlich sind wir alle abhängig von unseren eigenen Finanzen, ohne die nötigen Mittel steht uns keine einzige der eben genannten Türen offen. Wir sind also frei wenn wir Geld haben, wir sind erst dann frei wenn uns unsere Entscheidungen auch leisten können oder? Doch ich denke dies ist die Bedeutung des Begriffs Freiheit in einem kapitalistischen und liberalen Land, man darf machen was man will solange man nicht gegen die relativ lockeren Gesetze verstößt und was wohl der springende Punkt ist, man es sich leisten kann.

Ist das auch meine eigene Vorstellung von Freiheit? Eigentlich nicht, aber viel entscheidender ist die Frage ob es denn in einem anderen System besser wäre. Darüber lässt sich natürlich streiten, ich denke es wäre sicherlich nicht für alle besser aber die Freiheit wäre wohl gerechter verteilt. Natürlich spreche ich nicht von Kommunismus, sondern ich meine viel eine andere Lösung des demokratischen Zusammenlebens, was natürlich viele als Utopie abstempeln. Ich denke jedoch das der Mensch langsam sozialer werden wird und merkt das man von Wohlstand und Wachstum alleine nicht glücklich wird. Mir ist natürlich klar das dies eine sehr optimistische Einstellung ist aber dies weiter auszuführen geht am eigentlich Thema vorbei.

Trotz dieser Abhängigkeit von Einkommen und Vermögen sind wir jedoch eigentlich, verglichen mit einem Grossteil anderer Epochen in der Geschichte, sehr frei. Wer schützt diese Freiheit eigentlich? Im Prinzip der Staat, die Politik also. Aber was ist wenn aufgrund der Globalisierung und der immer wichtiger werdenden Märkte der Staat oder eben die Politik immer mehr an Einfluss einbüsst, ich glaube dies war in den letzten Jahren auch schon der Fall. Ich las kürzlich in einer Studie das über 70% der Deutschen glauben die Wirtschaft hätte mehr Einfluss als die Politik, also mehr „zu sagen“. Ist unsere Freiheit noch geschützt wenn die Weltumspannenden Großkonzerne immer mächtiger werden? Wird unser individueller Handlungsspielraum eingeschränkt wenn der Staat weniger Kontrolle über die Wirtschaft hat? Ich denke es steht offen, wenn wir nicht aufpassen könnte es durchaus sein das uns genau dies passiert. Wenn wir jedoch stets im Auge behalten das Freiheit das wichtigste ist was wir haben können, wird sie uns wohl so schnell keiner wegnehmen können. Doch genau diese Punkt lässt mich zweifeln, ich hoffe es macht nur den Anschein als würden die meisten Leute gar nicht darüber nachdenken und schlafen.

Fluss wo fliest du hin, Fluss erzähl mir deine Geschichte, wann warst du ein Bach, von wo an bist du ein Strom. Fluss sag mir doch bitte woher du kommst, ich würde gerne wissen wohin du gehst. Doch du fliest einfach vor dich hin, in wundervoller Gelassenheit, nichts kann dich stören oder empören und alles was dich berührt nimmst du in dir auf, ziehst es mit in die weiten deines Weges.

Doch wenn du erzürnt bist möchte niemand dir begegnen, wenn du in aufgesaugt hast all den Regen. Wenn er kommt der grosse Sturm, die Wassermassen die großen. Bei Sturm wird dein gemütliches Plätschern zum gefährlichen Tosen. Dein schönes Grün zu dunklem Braun, dich dann zu treffen trau ich mich kaum.

Trotzdem bist du wundervoll, nach jedem Sturm wirst du wieder ruhig. Du nimmst weiter deinen Lauf, was auch geschieht du nimmst es einfach so in Kauf. Dir macht es nichts aus ob man dich liebt oder hasst, du störst dich nicht daran ob man dein Aussehen mag oder sich an deinem Antlitz empört. Du fliest einfach dahin, immer weiter wohin auch immer dein Weg dich führen mag. Du hast keine unerfüllten Wünsche und keine unerreichten Ziele. Du bist wundervoll, du bist meine Vorstellung der Vollkommenheit.

„Das Leben ist viel zu kurz..“ oder „Die Zeit geht so schnell vorbei!“, jeder hat es bestimmt schon recht oft gehört. Ob in einem alltäglichen Gespräch oder in einer tiefgründigen Diskussion über den Sinn des Lebens, öfters einmal trifft man auf die Betrübtheit der Menschen über die Beschränkung unserer Lebensdauer. Wir sind traurig wenn jemand beerdigt werden muss und viele von uns haben auch ein wenig Angst vor dem Tod, so richtig zugeben möchte man das natürlich nicht. Dies ist natürlich ganz normal und eigentlich auch gut so. Auch ich freue mich natürlich nicht auf das Ende meiner Existenz aber mich beschäftigt der Gedanke was den eigentlich wäre wenn wir ewig Leben würden. Angenommen wir wären unsterblich, was wäre dann?

Ich denke unser Leben wäre dann noch viel Sinnloser, es gäbe keinen Grund mehr etwas erreichen zu wollen und es den meisten Leuten wäre alles was geschieht irgendwann total egal. Wir würden uns langweilen es gäbe keine Ziele zu erreichen und keine Heldentaten zu vollbringen, es gäbe nur die Sinnlosen auswüchse von langweile zu beobachten. Wir könnten niemand bis zur Ende der Zeit lieben, weil die Zeit kein Ende hätte, wir könnten an nichts bis zu unserem Tod glauben weil es keinen Tod für uns gäbe und wir könnten für nichts bereit sein zu sterben weil wir nicht wüssten was sterben bedeutet. Unsere Fehler die wir gemacht haben würden uns für immer verfolgen, genau wie alles was uns angetan wurde, wir könnten nie damit abschließen. Wir könnten nie jemandem Lebewohl sagen, nur Aufwidersehen. Es gäbe keine Trauer, denn es gibt niemanden den man betrauern könnte. Würde es ohne die Trauer trotzdem noch Freude geben? Es gäbe keine wirkliche Angst und damit vielleicht auch keine Geborgenheit, es gäbe nur die Unendlichkeit. Ich zumindest finde es ziemlich gut das wir irgendwann mit dieser Welt abschließen können und alles hinter uns lassen, das ist das einzige was das Leben spannend macht.

In der kriegerischen Gesellschaft des griechischen Stadtstaates Sparta galt es sogar als Beleidigung jemandem das ewige Leben zu wünschen, denn kein Krieger der ewig lebt kann einen Heldentod sterben. Die Griechen waren in der Beziehung wohl Allgemein sehr weit, ich zwar nicht wer das folgende Zitat geschrieben hat jedenfalls sagt im Film Troja, einer Verfilmung von Homers Illias, Achilles zu Briseis: „Die Götter beneiden uns. Sie beneiden uns, weil wir sterblich sind, weil jeder Augenblick unser letzter sein könnte. Alles ist so viel schöner, weil wir irgendwann sterben. Nie wirst du zauberhafter sein als in diesem Moment, nie wieder werden wir hier sein.“ Achilles glaubte nicht das die Unsterblichkeit etwas gutes ist, trotzdem hat er in seiner Geschichte dafür gesorgt das sein Name niemals sterben wird.

Es hat bestimmt jeder eine andere Vorstellung von Interesse, ich meine damit nicht das Interesse das wir an einer gewissen Sache haben sondern jene Art von Interesse die wir anderen Personen gegenüber haben. Diese Art von Interesse die mir einer Person gegenüber haben müssten, mit der wir gerne eine Beziehung hätten. Solche Personen die wir gerne lieben würden.

Die meisten Leute behaupten oberflächliche Dinge seien ihnen egal, bei manchen stimmt dies sogar aber ist es nicht so das sich trotzdem viele dieser Leute nicht vorstellen können beispielsweise einen gleichgeschlechtlichen Partner zu haben? Auch das Geschlecht ist eigentlich kein „innerer Wert“, wie alles was nicht als oberflächlich gilt oft tituliert wird. Auch für diese Leute die nicht sehr stark auf die äußerlichen Merkmale einer Person achten, gibt es also gewisse oberflächliche Merkmale die jemand erfüllen muss damit sie überhaupt Interesse an ihr haben können. Auf der anderen Seite gibt es natürlich auch Menschen die Primär auf das Aussehen sowie die Ausstrahlung einer Person achten und bei denen dies als oberster Kritikpunkt zählt. Ob diese Leute deshalb oberflächlich sind, ist natürlich schwer zu sagen aber ich denke diese Leute ziehen die Grenze einfach enger.

Damit wären wir bei dem Punkt auf den ich hinauswill, ich denke fast alle Menschen ziehen bei den oberflächlichen Merkmalen der Personen welche sie kennen lernen gewissermaßen eine Grenze. An diesen Personen die sich innerhalb der Grenze befinden, ist man interessiert und man hat prinzipiell Interesse an ihnen, sofern sie die charakterlichen Kritikpunkte ebenfalls erfüllen. Diese Grenze ist von Mensch zu Mensch natürlich ganz anders, für die einen ist das Aussehen das wichtigste, für jemand anderes ein bestimmtes Hobby, bei jemandem steht der Beruf einer Person im Vordergrund während sich wiederum eine andere Person nicht vorstellen kann mit jemandem eine Beziehung aufzubauen der im Glauben an eine andere Religion lebt. Bei den einen ist diese Grenze ganz gross, bei den anderen recht klein. Bei manchen ist sie ganz engmaschig und bei manchen hat diese Grenze auch ab und zu ein Loch, durch das auch jemand von außerhalb in den inneren Bereich eindringen könnte. Manche sehen es als enger andere weniger.

Ich selbst dachte früher immer das mir das aussehen einer Person komplett egal wäre, aber irgendwie bin ich nicht mehr allzu fest davon überzeugt. Vielleicht hat man es wirklich viel einfacher mit einer attraktiven Person, vielleicht fällt es einem dann viel leichter Kompromisse einzugehen und netter gegenüber der anderen Person zu sein. Auch wenn das oberflächlich und komisch klingen mag, ich denke das geschieht ganz unterbewusst. Gut aussehende Personen sind einfacher zu lieben. Doch noch wichtiger ist die Ausstrahlung, ein wirklich lieb gemeintes Lächeln kann viele Probleme lösen bevor sie entstehen. Aber ich weis nicht genau ob Ausstrahlung oberflächlich ist oder nicht. Denn wenn das Lächeln von Herzen kommen soll, muss es sich auch um eine Person handeln die einen freundlichen Charakter aufweißt? Ich weis es nicht, über dieses Thema weis ich so manches nicht.

Jeder kennt sicher das Gefühl, wenn man irgendetwas nicht geschafft hat, wenn man sich ein Ziel gesetzt hat und es einem nicht möglich war es zu erreichen. Manchmal sind das ziemlich grosse Dinge, manchmal in der Schule, bei der Arbeit oder es sind Ziele die man sich in der Freizeit gesetzt hat. Eigentlich spielt es gar keine so grosse Rolle was dies für Ziele waren, wir werden, wenn wir sie nicht erreicht haben oder an ihnen vorbeigeschossen sind, irgendwie betrübt.

Mir passiert das öfters, ich gehöre wohl zu jenen Leuten die sich oft grosse Ziele setzten und hohe Erwartungen haben, nur um später enttäuscht dazustehen. Etwas hat mir jedoch stets dabei geholfen darüber hinwegzukommen: Nämlich die Tatsache das die Enttäuschung über das nicht erreichen von solch kleinen oder auch größeren Dingen bloß Stürme im Wasserglas sind. Manche Dinge erachten wir als enorm wichtig, manchmal sind wir auch schon nur enttäuscht wenn wir unsere Ziele nicht innerhalb einer gewissen Zeit erreicht haben und verschließen die Augen vor der Tatsache das wir eigentlich genug Zeit haben es noch einmal zu versuchen. Oft ist es ziemlich ruhig in unserem Wasserglas in dem wir wohnen, doch dann sähen wir den Wind selbst und wer dies tut muss auch den Sturm ernten. Oft versuche ich in solchen Situationen gegen den Sturm anzulaufen, gegen in zu kämpfen auch wenn er mir die Tränen in die Augen treibt. Eigentlich wäre es viel einfacher wenn man statt in den Sorgen zu versinken einfach inne hält und nachdenkt.

Auch Stürme sind eigentlich nichts schlimmes, wir betrachten sie nur als das. Denn nach dem Sturm ist vor dem Sturm und unserer innere Friede nach ihm, ist oft nur die Ruhe vor dem nächsten Sturm. Der  bestimmt kommt und wenn er uns nicht wegbläst macht er uns stärker.

„Hier als Wahlinformation!“, sagte sie zu mir und drücke mir diesen roten Zettel in die Hand. Da ich gerade auf dem Weg zum Bahnhof war überflog ich schnell den Inhalt, das Wahlthema interessierte mich eigentlich kaum. Es waren wiedereinmal diese Art von Wahlen bei denen Parteien auf beiden Seiten sich gegeneinander aufhetzten, ohne darauf zu achten was eigentlich am meisten Sinn machen würde. Es ist nun einmal so, was vom politischen Gegner kommt kann nur Müll sein und was man selber einmal erzählt hat ist das einzig richtige, auch wenn es sich schon früh vor der Wahl als falsch herausgestellt hat. Man verteilt auch dann noch Zettel weiter, wenn man wissen sollte das man falsch liegt, denn wie würde das den bitte schön aussehen einfach so aufzugeben.

Ich fragte mich Heute wie fest eine politische Partei eigentlich von ihren Zielen abweichen darf um Wähler zu halten oder zu gewinnen. Man hört ja immer wieder das manche Parteien ein neues Image entwickeln wollen und bei unseren Nachbarn in Deutschland gibt es sogar öfter mal Parteien, welche früher einmal rechts oder links waren, aber das dann irgendwann doch nicht so gut fanden und bisschen Richtung Mitte oder irgendwo anders hin spaziert sind.

Dürfen die das eigentlich? Macht das Sinn? Ich meine man muss sich das mal so überlegen: Eine Partei wird ja meistens mit bestimmten Zielen gegründet, man will mithilfe des Zusammenschlusses vieler Leute gemeinsame Interessen durchsetzen oder es zumindest versuchen. Ob das Soziale Interessen, Wirtschaftliche Ziele oder einfach Wünsche nach einem Ausländerlosen Staat sind tut eigentlich nichts zur Sache. Wenn man aber dann merkt das man mit den Wahlversprechen diese Ziele durchzusetzen, kaum Stimmen bei Wahlen erhält, ist man dann wirklich dazu genötigt die Interessen auf kosten der Macht abzugeben? Ich finde das ziemlich falsch ehrlich gesagt, meiner Meinung nach sollten politische Parteien, welche aufgrund ihrer Zielsetzungen nicht mehr gewählt werden, ihre Versprechen nicht einfach ändern. Sie sollten diese Ziele weiterverfolgen, denn wenn sie ihren Standpunkt aufgeben und sich andere Ziele setzen ist dies doch eigentlich das gleiche wie wenn eine andere Partei mit anderen Zielen und Standpunkten gewählt wird. Diese Interessen verlieren dann genau so viel an Kraft.

Doch wie komme ich überhaupt darauf das es in der Politik wirklich um Standpunkte und höhere Ziele geht, als ganz oben zu bleiben? Die Politik Landschaft erinnert mich irgendwie immer mehr an einen Markt oder eine Marktwirtschaft, wo es verschiedene Anbieter und Konsumenten gibt. Nachfrage bestimmt das Angebot, aber das ist doch eigentlich falsch, oder etwa nicht? Gibt es die kapitalistische Demokratie? Wenn man einen Blick nach Deutschland wagt sieht man dort eine zerrüttete Politik Landschaft, in der keiner mehr so recht weis wo er hingehört. CDU und SPD kann niemand mehr so recht unterscheiden, grün ist nicht mehr das was es einmal war, was liberal oder freisinnig bedeuten soll hat wohl nie jemand so richtig verstanden und die braunen sind einzigen die dem Wind standhalten und ihren Positionen einigermaßen treu bleiben, ein Armutszeugnis in meinen Augen. Was bringt uns zum Beispiel eine Grünliberal Partei? Toll wir haben dann ein gutes Gefühl weil wir Grün gewählt haben, ist sicher gut für die Umwelt und Liberal bedeutet gleichzeitig das wir nicht mehr Steuern zahlen müssen! Oder so. Es sind echt seltsame Päckchen die Politiker schnüren werden finde ich.

Es gibt aber natürlich schon Fälle wo die Parteien mit der Zeit mitgehen müssen, trotzdem sollte man nicht einfach mit dem Strom schwimmen, besonders als Politiker. Aber es scheint leider wirklich so zu sein, das nur jene Leute mächtig werden die auf Macht aus sind. Wir werden wahrscheinlich nichts dagegen tun können, ist ein ziemlich festgefahrenes Prinzip. Wir müssen uns nur in acht nehmen das dies, was wir vor paar Jahren gewählt haben nicht plötzlich etwas anderes bedeutet.

Volker Pispers sagte einmal: „Humor ist wenn man trotzdem lacht, Demokratie ist wenn man trotzdem wählt.“

Es ist meiner Meinung nach echt kein Wunder das viele junge Leute die Lust sowie das Interesse an Politik gar nie hatten oder schnell wieder verlieren.

 

 

 

 

Wenn ich das nächste mal davon rede, das ich gern einmal nach Japan möchte erinnert mich bitte an dies hier:

Der Begriff Stosszeit erhält hier eine absolut neue Bedeutung.

Irgendwie war das erste was ich mir überlegt habe als ich das sah, was diese Kerle in der blauen Uniform wohl für eine Berufbezeichnung haben. „Guten Tag ich bin Suiko Tanara, U-Bahn von Beruf Schubser!“

Kann ein Kuss ein Leben verändern, kann ein Gefühl eine Geschichte neu schreiben oder kann eine einzige Begegnung einen Menschen für immer prägen?

Jeder Mensch hat wohl seine Ziele, natürlich gibt man sie selten einfach so Preis, die meisten halten sie irgendwo versteckt. Dennoch sind diese Wünsche und Träume oft ziemlich ernst zu nehmen denn es sind die Grundpfeiler dessen was wir in unserem Leben tun möchten, was wir erleben wollen. Ich kenne viele Leute die erzählen, dass sie etwas seit sie ein Kind waren sein möchten, besitzen möchten oder erreichen wollen. Doch ich frage mich recht oft woher diese Ziele kommen, diese Wünsche im innersten. Die einen möchten gerne auf jeden Fall einen bestimmten Beruf erlernen, andere möchten von einer gewissen Person geliebt werden und wiederum andere möchten ein sportliches oder künstlerisches Ziel erreichen.

Wie viel von diesen Bedürfnissen die wir hegen und nicht selten als unser Lebensziel, manchmal gar Lebenssinn, betrachten, stammen von uns selber und was wurde uns in der Erziehung mitgegeben, was davon wurde von den Erlebnissen ausgelöst die wir hatten? Werden Menschen die als Kind von ihrer Freundin oder ihrem Freund geküsst wurden sich anders entwickeln als jene bei denen die nicht geschah? Prägt der Hass oder die Liebe zu jemandem die Zielsetzung für das Leben stark und was wäre wenn ich als Kind Platon oder Goethe begegnet wäre? Ich weis es natürlich nicht genau, es dürfte auch bei jeder Person absolut unterschiedlich sein aber ich möchte eigentlich nur neben der Frage wo den das Ziel von jemandem liegt, die Frage nach dem warum stellen.

Vielleicht um sich selbst zu beweisen das man jemand ist, vielleicht auch um genau das jemand anderem zu beweisen. Andere hoffen wohl auf mehr gesellschaftliche Anerkennung, wiederum andere sind auf Macht aus oder bei manchen bleiben die Gründe für die Ziele einfach auf ewig verschlüsselt, das Bedürfnis war einfach da. Wieso will jemand Sportler werden? Diese Frage dürfte in den Augen der meisten ziemlich dumm klingen, aber ich meine das ernst. Ein Sportler weis jedenfalls warum er ein Ziel hat, sonst würde er ja nicht so hart trainieren. Trotzdem fällt es mir schwer seine Motivation so richtig zu verstehen, außer natürlich diejenigen die Sport treiben um Gesund zu bleiben, doch Leistungsport geht ja meist in eine andere Richtung und die meisten Sportler werden nie berühmt oder verdienen besonders viel.

Ich persönlich denke wir setzen uns unsere Ziele oft zu früh, zu unüberlegt und dann verfolgen wir sie mit allem Eifer ohne zu bemerken was es sonst noch gibt. Dies trägt dann mit dazu bei das wir die Augen vor vielen anderen Problemen verschließen, wir müssen schließlich unser Endziel erreichen, sonst beweisen wir uns selbst das wir zu nichts taugen.

Doch die meisten von uns finden wohl irgendwann heraus, mache früher andere erst später das sie nie als Popstar vor den Massen singen werden, das kein Fußballstadion für sie toben wird und das keiner ihre Texte lesen will, die sie als Autor geschrieben haben.

Die meisten von uns setzen sich eben auch ziemlich seltsame Ziele, aber dies liegt in meinen Augen am verdrehten Weltbild einer Generation die mehr Fernsehprominenz und Profisportler mit Namen aufzählen können, als Leute die sie wirklich kennen.