Unsterblichkeit

„Das Leben ist viel zu kurz..“ oder „Die Zeit geht so schnell vorbei!“, jeder hat es bestimmt schon recht oft gehört. Ob in einem alltäglichen Gespräch oder in einer tiefgründigen Diskussion über den Sinn des Lebens, öfters einmal trifft man auf die Betrübtheit der Menschen über die Beschränkung unserer Lebensdauer. Wir sind traurig wenn jemand beerdigt werden muss und viele von uns haben auch ein wenig Angst vor dem Tod, so richtig zugeben möchte man das natürlich nicht. Dies ist natürlich ganz normal und eigentlich auch gut so. Auch ich freue mich natürlich nicht auf das Ende meiner Existenz aber mich beschäftigt der Gedanke was den eigentlich wäre wenn wir ewig Leben würden. Angenommen wir wären unsterblich, was wäre dann?

Ich denke unser Leben wäre dann noch viel Sinnloser, es gäbe keinen Grund mehr etwas erreichen zu wollen und es den meisten Leuten wäre alles was geschieht irgendwann total egal. Wir würden uns langweilen es gäbe keine Ziele zu erreichen und keine Heldentaten zu vollbringen, es gäbe nur die Sinnlosen auswüchse von langweile zu beobachten. Wir könnten niemand bis zur Ende der Zeit lieben, weil die Zeit kein Ende hätte, wir könnten an nichts bis zu unserem Tod glauben weil es keinen Tod für uns gäbe und wir könnten für nichts bereit sein zu sterben weil wir nicht wüssten was sterben bedeutet. Unsere Fehler die wir gemacht haben würden uns für immer verfolgen, genau wie alles was uns angetan wurde, wir könnten nie damit abschließen. Wir könnten nie jemandem Lebewohl sagen, nur Aufwidersehen. Es gäbe keine Trauer, denn es gibt niemanden den man betrauern könnte. Würde es ohne die Trauer trotzdem noch Freude geben? Es gäbe keine wirkliche Angst und damit vielleicht auch keine Geborgenheit, es gäbe nur die Unendlichkeit. Ich zumindest finde es ziemlich gut das wir irgendwann mit dieser Welt abschließen können und alles hinter uns lassen, das ist das einzige was das Leben spannend macht.

In der kriegerischen Gesellschaft des griechischen Stadtstaates Sparta galt es sogar als Beleidigung jemandem das ewige Leben zu wünschen, denn kein Krieger der ewig lebt kann einen Heldentod sterben. Die Griechen waren in der Beziehung wohl Allgemein sehr weit, ich zwar nicht wer das folgende Zitat geschrieben hat jedenfalls sagt im Film Troja, einer Verfilmung von Homers Illias, Achilles zu Briseis: „Die Götter beneiden uns. Sie beneiden uns, weil wir sterblich sind, weil jeder Augenblick unser letzter sein könnte. Alles ist so viel schöner, weil wir irgendwann sterben. Nie wirst du zauberhafter sein als in diesem Moment, nie wieder werden wir hier sein.“ Achilles glaubte nicht das die Unsterblichkeit etwas gutes ist, trotzdem hat er in seiner Geschichte dafür gesorgt das sein Name niemals sterben wird.

4 Kommentare

  1. Sterben ist menschlich, frag nicht, was wäre wenn. Es ist einfach so und der Mensch wird das auch niemals verstehen.

    grüße

  2. Wieso sollte ich nicht was wäre wenn fragen, es ist doch schon das sich viele Menschen wünschen niemals zu sterben und für alles ewig Zeit zu haben oder?^^ Ich sagte ja nicht das sterben etwas schlechtes ist, sondern ich sagte sogar das es den Menschen ausmacht.

  3. bitte frag! ;-)

    und such selbst nach antworten, antworten, die über 35 zeilen hinaus gehen ;-)

    gegenfrage: was wäre, wenn dich niemand wahrnähme? wenn du nackt in ein geschäft gehen könntest und niemand guckte? wenn du das notebook, ein ausstellungsstück, einfach mitnähmest ohne dass es jemand bemerkte? wenn du im bus zerquetscht würdest, weil niemand deiner anwesenheit gewahr würde?
    lebtest du noch, wenn niemand von dir notiz nähme?
    ich habe da meine zweifel.

    für alles seine zeit zu haben, ein schöner gedanke. nur dann kommt freund hein, der schnitter, gevatter tod, nenn’ ihn wie du willst und sagt „is genug jezz“ und dir fällt dann doch noch etwas ein, ein besuch, den du unbedingt machen möchtest … du fändest nie zu einem ende, dir fiele immer etwas neues ein – und sei es nur eine bereits vor monaten abgehandelte aktion, weil du dement bist und dich nicht mehr erinnern kannst, muss das deprimierend sein, am ende einfach nicht mehr sterben zu können, nicht mehr von den gebrechen des lebens erlöst werden zu können. … selbst wenn ich unsterblich wäre, spätestens ab etwa 75 oder 80 bin ich auf die pflege fremder hände angewiesen – und da wäre ich nicht der einzige … oder ein unfall, bei dem ich sonst stürbe und nun auf ewig im koma dahin siechen muss … das macht mir dann doch angst, jenseits der auf den ersten blick positiven verheißung der immortalität.

    ah, da fällt mir ein: josé saramago – eine zeit ohne tod. ein buch, das aus einem etwas skurrilen blickwinkel genau diese frage betrachtet. ich sage nur: ein langer dialog – ein satz – eine seite. ist wirklich so, nicht ganz einfach, zumindest phasenweise, aber nichtsdestotrotz – oder gerade deshalb – ein ganz tolles buch, das einerseits zum nachdenken anregt und mich dabei zum lachen brachte.

    in diesem sinn bis denne,
    derHendryk

  4. Tuhe ich auf jeden fall. :3
    Man würde wohl anders leben wenn einem niemand wahrnähme, man wäre ein Geist, unsterblich aber für immer allein. Wenn man jedoch damit ewig leben müsste würde man das Sein ansich irgendwann aufgeben und einfach nur noch vor sich hinvegitieren.
    In meiner Vorstellung beeinhaltet Unsterblichkeit auch ewige Jugend, bzw keine Gebrechlichkeiten des Alters und so weiter, es geht lediglich um die Frage ob es gut wäre ewig Zeit zu haben und alles tun zu können, alles sogar zu wiederholen. Ob dadurch nicht alles seine Bedeutung verliert.
    Das Buch kenne ich nicht, werde ich irgendwann im Buchladen ma antesten.^^
    Danke. ^^


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